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Tatkräftig statt hilflos: Das DRK bildet Schulsanitäter aus

Marie Bach ist beim DRK-Kreisverband Neumünster die Koordinatorin für den Schulsanitätsdienst. Fotos: Alexandra Bury

Ab 13 Jahren dürfen Schüler sich in neun Stunden Schulung zum Schulsanitäter ausbilden lassen

Wenn ein Unfall geschieht, sollte eigentlich jeder Erwachsene in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten. Damit bereits junge Menschen das Bewusstsein für die Bedeutung der Ersthilfe entwickeln und die Kompetenz zur Erstversorgung, kümmert sich der DRK-Kreisverband Neumünster seit vielen Jahren um den Schulsanitätsdienst. An fünf weiterführenden Schulen in der Stadt sind zurzeit 75 Schulsanitäter aktiv, die Alexander Coordes vom DRK ausgebildet hat. 

Mit Marie Bach gibt es nun eine hauptamtliche Koordinatorin für diesen bedeutenden Bereich, um den sich sonst die Ehrenamtler des Jugendrotkreuz gekümmert haben. „An den Schulen gibt es das Fach Gesundheit nicht, daher ist es wichtig, dass ausgebildete Schulsanitäter im Notfall auf dem Pausenhof oder im Klassenraum zur Stelle sind“, beschrieb Marie Bach. Meist geht es um kleinere Verletzungen: ein aufgeschlagenes Knie, ein blutiger Kratzer an der Hand müssen gesäubert und vielleicht mit einem Pflaster oder einem Verband versehen werden. Neben der Wundversorgung können die Schüler aber mehr: Sie wissen, wann ein Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden muss und wie man sie umsetzt. Sie können die sogar lebensrettende Herzdruckmassage ausüben und wissen, wie man die öffentlich aushängenden Defibrillatoren benutzt. Natürlich können die Schulsanitäter einen Notruf richtig absetzen und wissen auch, wie man einen Verkehrsunfall absichert.

Im Notfall ist die Erste Hilfe wichtig.
Im Notfall ist die Erste Hilfe wichtig.

 Die Lehrer beaufsichtigen die Situationen und sind natürlich besonders bei schwereren Unfällen dabei und übernehmen gegebenenfalls. „Aber wir bekommen von den Schulen auch deswegen viele positive Rückmeldungen, weil die Schulsanitäter gerade bei den kleineren Unfällen die Lehrer deutlich entlasten. Außerdem erwerben die Schüler durch den Sanitätsdienst Sozialkompetenzen wie etwa Team-Arbeit“, schilderte Marie Bach. 

Ab 13 Jahren dürfen Schüler sich in neun Stunden Schulung zum Schulsanitäter ausbilden lassen. Geeignete Schüler ab 16 Jahren bekommen vom DRK eine Sanitätsausbildung über 56 Stunden, die sogar einen Zwischenschritt zum Rettungssanitäter darstellt. Das DRK plant zudem noch eine Erweiterung der Erste-Hilfe-Kenntnisse, in einer Fortbildung sollen die Schüler dann auch zum Beispiel den Blutdruck messen und den Puls interpretieren können. 

Marie Bach unterstützt als Koordinatorin die Schulen unter anderem bei der Suche nach Finanzmitteln für den Schulsanitätsdienst und hilft auch bei der Vermittlung von Reanimationspuppen.


bry

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