
Ein Ergebnis der Umfrage ist deshalb die Priorisierung der Digitalisierung der Mitgliederverwaltung. Was soll sich dadurch verändern?
Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Unser Ziel ist vor allem, das Ehrenamt von Bürokratie zu entlasten. Ehrenamtliche sollen schnell, einfach und digital - zu jeder Zeit und an jedem Ort auf die Vereinsdaten zugreifen können, die sie für ihre Aufgabe benötigen.
Ein Übungsleiter soll beispielsweise auf die Infos der Teilnehmer seiner Sportgruppe zugreifen und mit ihnen kommunizieren können. Auch Übungsleiterabrechnungen sollen digital möglich werden.
Für Kassenwarte und Abteilungsleitungen geht es ebenfalls um eine konkrete Entlastung. Statt Listen, Zettel und Belege zu sammeln und weiterzureichen, sollen aktuelle Daten digital verfügbar sein. Der klassische „Schuhkarton“ voller Unterlagen soll damit möglichst der Vergangenheit angehören. Ehrenamtliche sollen digital an die EMTV Cloud angeschlossen werden können.
Die Idee dahinter ist einfach: Die Zeit der Ehrenamtlichen soll für den aktiven Sport und die Mitglieder zur Verfügung stehen - nicht für Verwaltungsarbeit.
Welche weiteren Maßnahmen sind geplant?
Wir wollen unter anderem ein zentrales Informationsangebot für die EMTV HELDEN schaffen, neue Ehrenamtliche strukturierter unterstützen und unsere Anerkennungs- und Wertschätzungskultur weiterentwickeln.
Dazu gehört auch „HELDEN@EMTV“. Dieses regelmäßige Informationsformat in Form eines Newsletters soll über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Angebote des Vereins informieren, Einblicke geben, mitnehmen und vor allem die Menschen sichtbar machen, die sich im Verein engagieren.
Was bedeutet „EMTV HELDEN“?
Dabei geht es nicht um außergewöhnliche Einzelleistungen. Ein „EMTV HELD“ ist genauso die Person, die eine Mannschaft trainiert, wie jemand, der Veranstaltungen organisiert, Kampfrichterdienste übernimmt oder im Vorstand Verantwortung trägt.
Entscheidend ist das Zusammenspiel vieler Menschen. Jeder Beitrag macht unseren Verein ein Stück stärker.
Kann eine hauptamtliche Ehrenamtskoordination das Ehrenamt tatsächlich stärken?
Sie kann Impulse geben, Strukturen schaffen und Unterstützung organisieren. Aber das Ehrenamt selbst entsteht nicht an an einem Schreibtisch.
Der EMTV braucht professionelle Strukturen, aber diese sollen das Ehrenamt unterstützen und nicht ersetzen. Wenn wir auch künftig ein ehrenamtlich geprägter Verein bleiben wollen, müssen wir in die Menschen investieren, die diesen Verein tragen.
Was ist deine wichtigste Erkenntnis nach den ersten Monaten?
Dass das Ehrenamt im - EMTV lebt – und dass es größer ist, als wir selbst vermutet haben.
Mehr als 430 Engagierte sind eine starke Grundlage. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die bestmöglichen Bedingungen dafür zu schaffen, dass dieses Engagement auch in Zukunft funktioniert: mit Wertschätzung, guter Kommunikation, weniger Bürokratie, klaren Strukturen und digitalen Werkzeugen.
Wir investieren in das Ehrenamt - und damit in die Zukunft des EMTV.