Wir machen aus einem Einzelsport ein Team-Event, beschreibt Christian Ewert aus Ellerhoop den Grund, warum es die Gruppe „Kenias letzte Reserve“ gibt. Unter diesem Titel treten ambitionierte Hobbysportler bei Laufveranstaltungen als Team im gemeinsamen Outfit an- auch beim Elmshorner Stadtlauf. Am auffälligsten sind dabei die knallgelben T-Shirts und der Name. Henning Hauschildt aus Sparrieshoop fielen die T-Shirts zum ersten Mal in Itzehoe beim Störlauf auf. Bei Veranstaltungen in Barmstedt und Elmshorn traf er wieder die gelben Oberteile, sprach deren Träger an und stellte fest: „Mann, sind die nett!“ Jetzt startet der Lehrer der Elsa-Brändström-Schule selbst bei „Kenias letzter Reserve“.

Woher der Name stammt, erklärt Gründungsmitglied Christian Ewert. Die Geschichte beginnt mit dem Lauf zwischen den Meeren. Bei dieser Veranstaltung laufen Mannschaften zirka 100 Kilometer von Husum nach Damp, aufgeteilt in zehn Teilstrecken. Ewerts Freundestruppe hielt „gar nicht so schlecht mit“, also sollte 2014 ein cooler Name her. So entstand „Kenias letzte Reserve“ - der Name sei als Hommage gemeint, betont Ewert. „An die Leistung werden wir nie herankommen“, stellt er klar.
Athleten aus Kenia stehen im Langstreckenlauf ganz oben; den aktuellen Marathon-Weltrekord hat im April der Kenianer Sebastian Sawe aufgestellt. Er lief den London-Marathon in 1:59:30 Stunden. „Bei uns ist es wichtig, dass jemand menschlich sympathisch ist“, erklärt Niclaas Pentz Barmstedt das ausschlaggebende Kriterium fürs Mitmachen bei Kenias letzter Reserve. Wobei: „Wir sind ambitioniert“, ergänzt Ewert. Pentz ist Mannschaftslandesmeister im Halbmarathon. Henning Hauschildt hat im vergangenen Jahr beim Barmstedter Stadtlauf die fünf Kilometer gewonnen, in diesem Jahr wurde er über zehn Kilometer Zweiter und über fünf Kilometer Dritter.
Ewert hat inzwischen das Land erkundet, dessen Namen sich seine Gruppe geborgt hat. Im Hochland liegt die Stadt Iten, sie gilt als das Mekka für Langstreckenläufer. Bei seiner Lauf- und Safari-Reise traf Ewert „viel Laufprominenz“. Und lernte Demut vor den lokalen Sportlern, die um 5.30 Uhr zu Trainingsläufen über 30 oder 35 Kilometer starten, oft mit löchrigen Schuhen.
Die wichtigste Vokabel, die er in der Lokalsprache Swahili lernte, lautet: „Muzungu pole pole“ und bedeutet so viel wie „langsamer weißer Mann“.
Die gut 30 Mitglieder von „Kenias letzte Reserve“ verfügen über keine straffe Organisation. Zum Training treffen sie sich in kleinen Gruppen. Der Elmshorner Stadtlauf habe sich für viele zu „Treffpunkt Nummer zwei“ entwickelt, berichtet Ewert. Er wird in diesem Jahr mitlaufen, Henning Hauschildt auch. Er hat beim Stadtlauf viel vor: Er selbst will über zehn Kilometer antreten, und vielleicht läuft er auch die fünf Kilometer noch mit.
Jann Roolfs