Der Fachkräftenachwuchs wird dringend benötigt. Vielen Handwerksbetrieben in Südtondern fehlen schon heute ausreichend Fachkräfte mit den bekannten negativen Folgen für Firmen ebenso wie für ihre Kunden. Da kommen die neuen Lehrlinge gerade recht, um die gröbste Personalnot zu lindern. 126 neue Lehrlinge schrieben sich in das Goldene Buch der Kreishandwerkerschaft Nord ein. Locker moderiert von Michael „Holzi“ Holst, seit über 20 Jahren Hallensprecher der SG Flensburg-Handewitt, erlebten Lehrlinge und Lehrherren, Repräsentanten aus Schule, Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Familienangehörige Nordfriesland in der gut besetzten Niebüller Stadthalle eine fröhliche Feierstunde mit einem abschließenden Imbiss.
Mit 21 neuen Auszubildenden stellen die Betriebe des Tischlerhandwerks in diesem Jahr in Südtondern die größte Gruppe, gefolgt von den Zimmerern (19), den Kfz-Mechatronikern (17), den Malern und Lackierern (15), den Anlagenmechanikern (11) und den Friseuren (10).
Bemerkenswert ist dabei die Zahl der weiblichen Lehrlinge, die bei den Malern mit sechs und bei Tischlern mit acht Lehrlingen bereits die Mehrheit stellten.
Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Mathias Andersen eröffnete die Veranstaltung und führte dabei aus, wie wichtig Lehrlinge für die Zukunft des Handwerks wären. Er begrüßte die neuen Lehrlinge mit drei Hammerschlägen und den Worten des traditionellen Handwerkermottos: „Ehrbarkeit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit!“ Dabei betonte er, dass der Abschluss eines Lehrvertrages im Handwerk ein bedeutender Wendepunkt im Leben jedes Einzelnen am Beginn der beruflichen Karriere sei, die durch Weiterbildung zum Meister, in die Selbständigkeit oder zum Studium führen kann. Er rief den jungen Frauen und Männern zu: „Nutzt die Zeit und lasst Euch nicht entmutigen!“
Eine besondere Ehrung erfuhren die bisherigen Lehrlinge, die in diesem Jahr ihre Gesellenprüfung mit besonders guten Leistungen als Beste ihrer jeweiligen Innung abgeschlossen hatten. Gemeinsam mit den Vertretern einiger Sponsoren stellte Mathias Andersen den neuen Lehrlingen die Innungsbesten des letzten Abschlussjahrganges als prägende Vorbilder vor.
Als Vorbild erlebten die neuen Lehrlinge auch den Maurermeister Marco Bauschke, der vor rund 10 Jahren seine Lehre als Innungsbester abgeschlossen hatte. Nach dem erfolgreichen Abschneiden im Landeswettbewerb des Mauerhandwerks, führte ihn sein Weg über den Bundeswettbewerb, die Europameisterschaft bis hin zur Weltmeisterschaft der Maurer ins brasilianische Sao Paolo.
Der abschließende Imbiss wurde wieder einmal in ganz besonderer Weise von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bildung- sund Ausbildungswerkstatt Südtondern (BAW) vorbereitet und serviert. Jan-Uwe Thoms