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Burghart Messtechnik in Holm: Riechen sie noch gut?

Burghart Messtechnik aus Holm stellt ein ganz besonderes Produkt her: Riech- und Schmeck-Tests. Damit können unter anderem Beeinträchtigungen durch Corona ermittelt werden.

Das Unternehmen bietet innovative Riech- und Schmeck-Tests zur Diagnostik von Geruchs- und Geschmackseinbußen, insbesondere durch Corona

Durch eine Corona-Erkrankung dauerhaft den Geruchssinn verlieren - für viele Menschen eine Horrorvorstellung, für einige bereits Realität. Prof. Dr. Thomas Hummel vom Arbeitsbereich„Riechen und Schmecken“ des Uniklinikums Dresden, geht davon aus, dass mehrere Hunderttausend Menschen durch Corona Riechverlust aufweisen. Doch wie stellt man diesen medizinisch wirklich fest? Die Lösung kommt aus Holm.

Torsten Burghart, Geschäftsführer Burghart Messtechnik, zeigt einen der Standardtests. Fotos: Bastian Fröhlig
Torsten Burghart, Geschäftsführer Burghart Messtechnik, zeigt einen der Standardtests. Fotos: Bastian Fröhlig

„Wir produzieren und entwickeln Produkte rund ums Riechen und Schmecken“, erläutert Torsten Burghart, Geschäftsführer der Burghart. Messtechnik GmbH. „Nach Covid haben wir einen deutlichen Anstieg an Riech- und Schmeckstörungen“, berichtet er. Vor allem die Delta-Variante habe die Probleme ausgelöst. „Wir haben aber weitere Wellen, bei denen sich das Virus weiterentwickelt, auch wenn diese öffentlich nicht mehr so sehr wahrgenommen werden“, sagt Burghart, der das Unternehmen in dritter Generation führt. Es sei davon auszugehen, dass rund 10 Prozent der Corona-Infizierten an Beeinträchtigungen bei Geruch- und Geschmackswahrnehmung leiden. Burghart spricht dabei aus Erfahrung: „Mein Geruchssinn hat unter meiner Corona-Infektion sehr gelitten. Das hat massiven. Einfluss auf die Lebensqualität, denn wenn man nichts mehr riecht, schmeckt fast alles gleich. Ich schmecke nur süß, sauer, salzig, bitter und etwas Schärfe.“

Doch wie ermittelt man die Riech- oder Schmeckfähigkeit? Das Holmer Unternehmen versorgt Krankenhäuser, niedergelassenen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Neurologen und Allgemeinärzte mit sogenannten Sniffin' Sticks und Taste Strips. Die Patienten riechen an den Riechstiften, die an Eddings erinnern. Je nach Test-Verfahren sollen sie beispielsweise einen Geruch einer Auswahl von vieren zuordnen. „Durch das Force-Choice Verfahren reduzieren wir Betrug. Denn wenn jemand null Punkte hat, wissen wir, dass er oder sie lügt“, erläutert Burghart.

Allerdings gibt es zwei Probleme. Auf der einen Seite werden die Tests nicht von Krankenkassen bezahlt.„Die Gesundheitsbehörde ist der Meinung, dass Riechverlust die Lebensqualität nicht einschränkt, was ich aus eigener Erfahrung nicht nachvollziehen kann“, sagt Burghart. Das andere Problem: „Die Krux ist, dass es aktuell keine Therapie gibt. Es wird geforscht, aber bisher gibt es nichts, was in der EU zugelassen ist.“ Sind. Nervenzellen beispielsweise durch einen Unfall geschädigt, seien diese nicht reversibel. Bei Corona sehe dies zum Beispiel teilweise anders aus. „Man kann lernen, wieder zu riechen und dem Gehirn Gerüche beibringen“, betont Burghart. Mit dem „Duft-Quartett“ hat das Holmer Unternehmen auch dafür entsprechende Produkte im Angebot.

„Wir forschen, entwickeln und produzieren hier bei uns in Holm“, sagt Burghart, selber Ingenieur der Fachrichtung physikalische Technik. Ingenieure aus den Fachbereichen Maschinenbau und Elektrotechnik sind im 1949 gegründeten Unternehmen tätig, das außer den Medizinprodukten auch im Gerätebau - vor allem im Tabak-Bereich – tätig ist. „Wir haben das gleiche Problem wie viele Unternehmen: Wir suchen Personal, finden aber keins“, sagt Burghart. Aktuell werden vor allem ausgelernte Elektromechaniker und ein Auszubildender als Fertigungsmechaniker gesucht.„Die durch Ausbildung gewonnenen Fähigkeiten entsprechen am ehesten den Aufgaben im Unternehmen. Wir haben sehr individuelle Prozesse und Produkte und die muss man erst lernen und kennenlernen“, sagt Burghart.

Das gelte auch für die kaufmännische Fachkraft, die gesucht werde. Bewerbungen sind per E-Mail an sabine. steinberg@burghart-mt.de möglich. Weitere Informationen zum Unternehmen oder dem Bewerbungsprozess gibt es bei Sabine Steinberg unter Telefon 04103 8007619.
baf

Kontakt

Burghart Messtechnik

Uetersener Straße 6, 25488 Holm
Telefon: 04103 80076-0, Fax. 04103 80076-29
E-Mail: info@burghart-mt.de
Internet: www.burghart-mt.de

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