Kaum steht der Weihnachtsbaum drinnen, lässt er die Äste hängen und fängt an zu nadeln – wie ärgerlich. Doch wie erkennt man, ob ein Baum frisch geschnitten ist und lange hält? Ein guter Hinweis ist eine weiße und nasse Schnittstelle. Die Nadeln sollten glänzen und beim leichten Schütteln nicht abfallen, erläutert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Sechs Punkte rund um den perfekten Baum im Überblick:
AUFSTELLEN: Am Tag vor dem Schmücken sägt man den Weihnachtsbaum erst an - die frische Schnittstelle kann besser Wasser aufnehmen. Der Baum kommt nun in den Ständer, und das Netz wird entfernt. So kann der Baum bis zum Folgetag seine Äste wieder zurück in die Ausgangsposition bringen, was das Schmücken erleichtert.
GIESSEN: Den Wasserbedarf sollte man nicht unterschätzen: Ein Baum mit Zimmerhöhe braucht rund zwei Liter Wasser jeden Tag. Gut ist es, die Nadeln immer mal wieder mit einem Wassernebel besprühen.
LAGERN: Der Baum sollte bis zum Fest an einem schattigen Fleck im Freien oder in einem Raum mit höchstens zehn Grad gelagert werden. Er steht in einem Eimer Wasser. Das Netz ist am besten noch dran, da der Baum so weniger Wasser über seine Nadeln verdunstet.
LIEBLINGSBAUM: Die Nordmanntanne ist mit großem Abstand der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland - er hat einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Es gibt aber Alternativen: Die Blaufichte, im Handel oft fälschlicherweise Edeltanne genannt, trägt aufgrund ihres robusten Aufbaus besonders gut schweren Baumschmuck und echte Kerzen. Und ihre Nadeln duften, die der Nordmanntanne nicht. Das gilt auch für die echte mit Edeltanne ihren blaugrünen Nadeln - ihr Duft erinnert an Orangen. Dazu ist sie haltbarer als die Nordmanntanne. Die Fichte gilt als der preiswerteste Baum, sie ist allerdings auch weniger lang haltbar. Sie ist etwas für alle, die nur für wenige Tage einen Baum zu Hause benötigen.
ÖKOLOGISCHE PRODUKTION: Die Bäume in vielen Plantagen werden stark mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, um den Ertrag zu steigern. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) empfiehlt den Kauf von Weihnachtsbäumen aus ökologisch bewirtschafteten Kulturen, die eine Zertifizierung durch FSC, Naturland oder Bioland geschafft haben. Mancherorts gibt es Angebote, Bäume im Wald selbst zu schlagen. Der Nabu rät zudem, regional kultivierte Bäume zu wählen - also jene, die ohne große Fahrtwege zum Verkaufsort kommen.
PLATZ: Ungeeignet ist ein Standort direkt neben einer Heizung oder einem Ofen, da die Wärme oder trockene Luft den Baum eher austrocknet. Bei einer Fußbodenheizung ist das allerdings schwierig. Hier muss der Baum besonders gut mit Feuchtigkeit versorgt werden.
dpa/tmn
Früher war mehr Lametta
Fünf Tipps, wie man aus seinem Weihnachtsbaum das Beste rausholt
Manche haben ein Händchen fürs Dekorieren, andere nicht. Das gilt auch für den Weihnachtsbaum. Es gibt Menschen, die können aus der krummsten Tanne eine prächtige, perfekt abgestimmte Dekoration machen. Andere können das nicht. Für sie gibt es aber ein paar Faustformeln, an denen sie sich orientieren können.
Tipp 1: Ein fünftel Akzentfarbe
Wer mehrere Farben am Weihnachtsbaum unterbringen möchte, sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis und eine gleichmäßige Verteilung der Farben am Baum achten. Ein fünftel der Kugeln in einer Akzentfarbe platziert werden zu einem harmonischen Eyecatcher.
Tipp 2: Innenliegende Kugeln für mehr Tiefe
Die grobe Anordnung der Kugeln ergibt sich aus ihrem Gewicht: Große und schwere Elemente kommen an die stärkeren und tiefer sitzenden Äste, filigrane und leichte Kugeln kommen nach oben.
Tipp 3: Mindestens zehn Elemente pro Viertel Meter Baumhöhe
Wie viele Kugeln und sonstige Dekorationselemente an den Baum kommen, ist abhängig von dessen Dichte und Volumen. Eine grobe Faustformel aber lautet: Pro Viertel Meter Baumhöhe bieten sich je nach Durchmesser 10 bis 20 Elemente an.
Tipp 4: Den Baum einen Tag früher aufstellen
Je später der Baum ins warme Zimmer kommt, desto eher bleibt er über die Feiertage frisch. Optimal ist es, ihn einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. So können die Äste wieder in die Ausgangsposition zurücksinken, nachdem er aus dem Netz geschnitten wurde.
Tipp 5: Natur statt Plastik
Früher war mehr Lametta - denn in der Tat spielt der Umweltschutz auch beim Baumschmuck eine Rolle. Auf Glitzer- und Schneesprays sollte man besser verzichten, weil in vielen dieser Produkte Mikroplastik steckt, das sich in der Umwelt nur sehr langsam abbaut. Zum umweltverträglichen Schmuck zählen Nüsse, Holzstücke, Stoffbänder sowie Figuren aus Papier, Holz, Stroh oder Wachs.
S. Mayer/dpa