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Peter Draeger über Camping-Podcast „Vans & Friends“

Peter Draeger, Moderator des Camping-Podcasts ‚Vans & Friends‘, zeigt, wie Camping Freiheit, Freundschaft und Familie vereint. Sein Podcast eröffnet neue Perspektiven

Peter Draeger FOTOS: VAN & FRIENDS
Peter Draeger FOTOS: VAN & FRIENDS

Dein Leben dreht sich ums Campen, du machst einen Camping-Podcast - was fasziniert dich daran so?
Wir haben bei uns bei „Vans & Friends“ einen Spruch: Freiheit, Freundschaft, Familie. Campen ist eine freiheitsorientierte Reiseform: Ich bin an sehr wenig gebunden und kann immer entscheiden, wen ich ob und wann treffe. Zweitens die Freundschaft: Wer regelmäßig campt, weiß, dass Camper untereinander sehr zugänglich sind. Eine Gruppe an Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und sehr tolerant sind. Familie steht synonym für die ganze Camping-Community. Dieses Urgen des mobilen Reisens und Lebens ist in jedem drin, der campt, egal in welcher Form.

Was hast du selbst durch den Podcast Neues gelernt?
Ich glaube, es gibt nicht so dieses eine Erlebnis, wo ich sage, das hat meine Welt verändert. Aber in jeder Folge lernen wir neue Menschen und Dinge kennen. Zum Beispiel hatten wir kürzlich eine Folge mit einer Vertreterin des DCC. Das ist von außen betrachtet eine sehr seniorige Vertretung deutscher Camper. Wir haben uns aber mit einem Mädel Mitte 30. unterhalten, die uns total lustige Sachen erzählt hat. Was man auf jeden Fall lernt, ist also, über den Tellerrand zu schauen und Vorurteile abzubauen.

Es sind also vor allem die Gäste, die du einlädst, die dich interessieren?
Absolut. Ein anderes Beispiel: Wir hatten vor kurzem eine Folge mit Tom Hirschbach-Taddey, der einen Wohnwagen entwickelt hat, der fürs mobile Arbeiten optimiert ist. Das ist total spannend, weil er natürlich einen ganz anderen Blick auf das Campen hat als der Durchschnittsfreizeitcamper. Er hat seinen Wohnwagen so optimiert, dass er sowohl ein Büro als auch ein Zuhause auf Rädern hat.

Unternehmen aus der Region

Du machst deinen Podcast seit 2020. Was hat sich seitdem verändert?
Die aktuellen Krisen haben natürlich auch Einfluss auf den Podcast. Da hat sich vieles verändert. Das hört sich jetzt so an, als ob das alles negativ wäre - das stimmt aber gar nicht. Die Reiseform Camping ist noch beliebter als früher. Es gibt noch mehr Möglichkeiten und Varianten. Ein Beispiel sind die Krisen in der Ukraine oder im Gazastreifen. In Deutschland reagieren die Leute sehr schnell und massiv auf so etwas. Da ist natürlich eine Urlaubform, bei der ich seh individuell und spontan entscheiden kann, wann und wohin ich fahre oder ob ich die Reise abbreche, sehr vorteilhaft.

Gibt es Gäste, an die du dich besonders erinnerst?
Das sind vor allem die, die anders ticken, ungewöhnliche Fahrzeuge fahren und über den Tellerrand schauen. Da gibt es ein Kytesurfer-Pärchen – Bo und Fromuth, die den Reiseblog „Stranddeko“ machen -, das mit einem sehr großen, luxuriösen Fahrzeug unterwegs ist. Zwei Folgen haben wir in dem Wohnmobil gemacht. Es ist ein Doppelachser mit eigenem Wohn-, Küchen- und Schlafbereich sowie getrennten Bad und Dusche. Solche„Luxuscamper“ werden schnell in eine Schublade gesteckt. Aber wir haben uns darüber unterhalten, warum das für die beiden durchaus Sinn macht – nicht zuletzt auch wegen der Liebe zum Hobby.

Was wird in der Camping-Szene aktuell am heißesten diskutiert?
Wenn du mit Menschen aus der Branche redest, ist das große Thema, dass der Boom bei Fahrzeugkäufen vorbei ist. Zehn Jahre lang ging es da immer nach oben, jetzt sind die Leute eher zurückhaltend. Aber ein echter Boom ist das Thema Optimierung: Die Leute machen sich viele Gedanken, was sie in ihr Mobil reinstecken können. Zusatzbatterie, Solarpanel, Wasserfilter, andere Toiletten - alles, was dazu beiträgt, das Campingerlebnis zu verbessern. Die Reiseform Camping an sich boomt also total. Es sind mehr Campingfahrzeuge denn je auf den Straßen unterwegs.

Ist Offroad-Camping ein großes Thema?
Ja, auf jeden Fall! Wir haben viele Teilnehmer auf unseren Events, die mit Offroad-Fahrzeugen unterwegs sind. Auch wenn viele das für ihre Form des Campings vielleicht nicht unbedingt bräuchten. Es geht dabei wohl oft eher um das Sicherheitsgefühl und das coolere Fahrzeug.

Was sind deine Pläne für die Zukunft des Podcasts?
Was ich in Zukunft mehr machen möchte, sind live vor Leuten aufgezeichnete Podcasts. Und ich würde gern auch Videopodcasts machen, weil ich es selbst als Hörer sehr interessant fände, die Gestik und Mimik der Sprecher zu sehen. Beides ist auch schon in Aussicht. Wir wollen damit im Winter bei den kommenden Hallenmessen starten. // Interview: Sven Raschke


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