Königspfalz, mittelalterliche Reichsmetropole, Ort starker Frauen, Welterbestadt und nun beginnt ein neues Kapitel in der über 1.100-jährigen Geschichte von Quedlinburg. Kaum ein anderer Ort in der mittelalterlichen Stadt am Nordrand des Harzes bündelt so viel deutsche und europäische Geschichte wie der Stiftsberg. Nach acht Jahren, in denen Stiftskirche, Schloss und Domschatz umfassend restauriert wurden, wird das Architekturensemble wieder als zusammenhängender Ort erfahrbar. Mit der Eröffnung des Schlossmuseums in der zweiten Jahreshälfte findet ein bauliches Großprojekt seinen Abschluss, das nicht nur ein bedeutendes Stück Weltkulturerbe für die Zukunft gesichert, sondern auch Funde aus der Vergangenheit ans Licht gebracht hat.
„Zwei macht eins für alle“ – so lautet das Motto des Projekts, das Stiftskirche und Museum als Gesamterlebnis erfahrbar macht und darin weitere Bauwerke an der „Straße der Romanik“ einbindet. Schon jetzt können Besucher auf dem Stiftsberg Kirche und Museum durch den neu gestalteten Eingang und das neue gemeinsame Foyer betreten und einige der rekonstruierten Gebäudeteile besichtigen – darunter die „Schwarze Küche“ mit ihrer offenen Feuerstelle sowie das historische Gartenhaus im Barockgarten. Außerdem zeigt eine neue Ausstellung „Stiftskirche und Domschatz“ in neuem Licht. Im Schlossmuseum mit seinen 2.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche treffen authentische Räumlichkeiten, in denen einst die Quedlinburger Äbtissinnen und Stiftsdamen wohnten und wirkten – auf zeitgemäße Ausstellungsgestaltung.
Bereits seit 1994 gehören das barocke Schloss, die romanische Stiftskirche und die Altstadt mit über 2.000 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Quedlinburg öffnet sich an allen Ecken wie ein gebautes Geschichtsbuch und erzählt von der Macht der Ottonen sowie vom 866 Jahre währenden politischen und kulturellen Wirken der starken Frauen aus dem Damenstift – angefangen bei dessen Gründerin Königin Mathilde. Heute bietet die 23.000-Einwohner-Stadt mit den vielen gemütlichen Cafés und einer vielfältigen Kunsthandwerker-Szene moderne Lebensqualität und Gastfreundschaft. djd