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Deutschlands ungewöhnlichste Aussichtstürme

Wagemutige können sich vom Aussichtsturm der„HEX Erlebniswelt“ auf zwei unterschiedlich langen Rutschen in die Tiefe stürzen. Foto: Matthias Bein/dpa/dpa-tmn

Hoch hinaus zu grandiosen Fernsichten und spannenden Geschichten

Hexen gehören zum Harz wie herbstliche Sturmböen auf dem Brocken. Was die Sagengestalten wohl zu dem Turm sagen würden, der nun am südlichen Rand des Mittelgebirges eröffnet hat? 

36 Meter hoch ist der Indemann und bietet Ausblick auf den Tagebau Inden und die Landschaft ringsherum. Foto: Thomas Banneyer/dpa/dpa-tmn
36 Meter hoch ist der Indemann und bietet Ausblick auf den Tagebau Inden und die Landschaft ringsherum. Foto: Thomas Banneyer/dpa/dpa-tmn

Reiten jedenfalls könnten sie den Hexenbesen wohl kaum oder nur mit starken - Zauberkräften: Denn er wiegt 452 Tonnen und ist 70 Meter hoch.

Ausflügler können den Aussichtsturm im thüringischen Ellrich aber besteigen. Von oben soll der Blick bei gutem Wetter auch bis zum Brocken reichen - der ist nur 25 Kilometer Luftlinie entfernt. Hat man sich sattgesehen, muss man nicht die Treppen nehmen. 

Es führen zwei Rutschen hinab. Der laut den Betreibern weltgrößte Hexenbesen ist nicht der einzige Aussichtsturm, der in Deutschland mit kuriosen Namen und Formen lockt.

Vom Männlein auf die Grube schauen

Zwischen Köln und Aachen steht ein gigantisches Männlein in der Landschaft herum. Es ist der Indemann, benannt nach dem Indeland. Noch nie gehört? 

Das ist nicht verwunderlich, denn es ist der Name einer Projektgesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Gebiet rund um den Tagebau Inden touristisch zu entwickeln. 

Wie ein in den Boden gerammter Nagel wirkt der „rostige“ Aussichtsturm im Lausitzer Seenland. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn
Wie ein in den Boden gerammter Nagel wirkt der „rostige“ Aussichtsturm im Lausitzer Seenland. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn

Und der Indemann soll dazu beitragen. Das „indeland“ werde zur Freizeitregion, heißt es auf der offiziellen Website. 

So soll mit dem Ende der Braunkohleförderung in dem Tagebau ab 2030 etwa ein See entstehen. Noch blickt man vom Indemannaber auf die gigantische Grube. 

Doch allein das riesige Männlein ist den Abstecher wert, vor allem bei Dunkelheit - dann wird er von mehr - als 40.000 LEDs erleuchtet.

Aus der Natur ragt ein rostiger Nagel

Man fährt durch die Einsamkeit des Lausitzer Seenlands, entlang von Wasser und durch Mischwälder - plötzlich ist da am Ende einer kleinen Straße, wo ein Kanal den Sedlitzer und den Geierswalder See verbindet, ein rostrotes Ungetüm.

Unternehmen aus der Region

Warum, fragt man sich, steht der Klotz in dieser landschaftlichen Abgeschiedenheit im Süden Brandenburgs? 30 Meter geht es nach oben und die Aussicht bietet: Wald und Wasser. 

Aber sie ist schön. Und irgendwie hat dieser Turm auch Charme, wozu der gänzlich uneitle Name seinen Teil beiträgt: Rostiger Nagel.

Die Optik des Cortenstahl-Turms soll übrigens eine Reminiszenz an die Bergbauvergangenheit sein und zugleich ein Blick in die Zukunft: Die beiden Seen sind, wie viele in der Region, geflutete Tagebaugruben. 

Sieht, nun ja, wacklig aus: Der Aussichtsturm Rosental-Park im Leipziger trägt seinen Spitznamen nicht ohne Grund. Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
Sieht, nun ja, wacklig aus: Der Aussichtsturm Rosental-Park im Leipziger trägt seinen Spitznamen nicht ohne Grund. Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn

Wackliger Blick auf die Großstadt

Dieser Name hält, was er verspricht: An windigen Tagen soll sich der Aussichtsturm im Leipziger Rosental hin und her wiegen. 

Einheimische nennen ihn darum liebevoll „Wackelturm“, heißt es vom Tourismusbüro der sächsischen Großstadt. 

Wer sich hinauf traut, wird mit einem Ausblick über den Park auf die Innenstadt mit City-Hochhaus und Rathausturm belohnt. dpa/tmn


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