Bald zwei Jahrzehnte ist es nun schon her, dass sich die Brüder Andre und Eric Lorenzen in der kleinen Gemeinde Behrendorf selbstständig machten. Beide sind - Maurer „von der Pike auf“. Während Andre am liebsten auf dem Bau anpackt, ist Eric der mit dem Verhandlungsgeschick ein perfektes Duo. Von Beginn an trugen sie Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern gleich für rund 25 Beschäftigte. Auslöser war ein tiefer Einschnitt in der Familiengeschichte: Der elterliche Baubetrieb geriet in Schieflage. Für Andre und Eric war das der Moment für einen Neustart, „Lorenzen Hochbau“ war gegründet.

Klare Kante von Anfang an
Inhaltlich setzten die Handwerker von Anfang an klare Schwerpunkte: Hochbau und Stahlbeton. Sie bauten im Wohnungsbau, im Gewerbe und für öffentliche Auftraggeber. Besonders wichtig wurde jedoch früh ein Bereich, der die Firma später stark prägen sollte: landwirtschaftliche Bauprojekte.
Der erste Firmensitz lag in der Schulstraße. Doch nach gut vier Jahren platzte der Standort allmählich aus allen Nähten.
Genau in dieser Phase kam ein Angebot, das die weitere Entwicklung beschleunigte: Bauunternehmer Manfred Nissen, eigentlich Mitbewerber am Ort, suchte eine Nachfolge, und so kamen die Lorenzens ins Spiel.
Während Eric schnell begeistert war, zögerte Andre zunächst. „Wir waren noch gar nicht so lange dabei und sollen jetzt eine andere Firma kaufen“, hatte er erst einmal Bedenken. Dennoch: Mit spitzem Bleistift wurden die Kosten für einen komplett neuen Standort mit Büro, Halle und Außenflächen durchgerechnet, und dann wurde doch ins kalte Wasser gesprungen.
Teamverdoppelung im Jahr 2012
Am 1. Oktober 2012 kauften die Brüder den Betrieb samt Mannschaft. Die Übernahme gelang vor allem auch personell: Die eigene Belegschaft ging mit, und auch die Mannschaft von Nissen blieb zum größten Teil. So verdoppelte sich das Team auf etwa 50 Mitarbeiter, heute sind es um die 60. Viele davon sind seit Jahrzehnten dabei; einige haben sogar schon im Betrieb des Vaters gelernt.
Der Schritt war allerdings kein Selbstläufer. Mit dem Kauf kamen Bankgespräche, Gutachten, Verträge und eine neue Dimension von Investitionen. Plötzlich ging es nicht mehr um einzelne Anschaffungen, sondern um ganze Flotten aus Maschinen und Fuhrpark und damit um Summen, die die Gründer zuvor kaum kannten.