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Kleine Gesten helfen oft

Welche Gesten und Gesprächsangebote Trauernde als guttuend empfinden, untersucht eine Trauerforscherin. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Was macht Begegnungen für Trauernde wertvoll?

Was tut Trauernden in welchen Situationen gut? Dieser Frage geht Trauerforscherin Bettina Doering, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Uni Kiel, nach. Für eine Studie zum Thema „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ zeigen erste Ergebnisse, wie bedeutsam emotional wertschätzende und wechselseitige soziale Begegnungen sind, vor allem für die psychische Genesung und soziale Wiedereingliederung nach einem Verlust. 

„Als besonders hilfreich erlebten Trauernde soziale Begegnungen, die sie als verständnisvoll und wechselseitig wahrgenommen haben“, berichtet die Psychologin. Sie nennt vier Beispielsituationen:

Beispiel 1: Erinnerungen tauschen beim Lieblingskuchen Meine Freundin hat mich zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Es gibt Mohnkuchen, den Lieblingskuchen meines verstorbenen Mannes. Ich erzähle ihr, wie sehr er Mohnkuchen gemocht hat. Sie fragt mich, wie es mir mittlerweile nach seinem Tod gehe, und wir teilen gemeinsame Erinnerungen an ihn.

Beispiel 2: Jungs vom Fußballverein zeigen Verständnis Nach dem Tod meiner Frau habe ich eine längere Pause vom Fußballverein gemacht. Als ich nach einigen Monaten zurückkomme, fragen mich die Jungs, wo ich so lange geblieben bin. Ich erzähle ihnen vom Tod meiner Frau und davon, dass ich jetzt allein mit den Kindern sei und Schwierigkeiten habe, regelmäßig zum Training zu kommen. Sie sagen, dass der Verlust meiner Frau für mich und meine Familie wirklich schwer gewesen sein muss und dass sie mich beim Training vermisst hätten. Sie würden sich sehr freuen, dass ich trotz allem wieder im Team dabei bin, und sagen, dass sie volles Verständnis haben, wenn ich nicht zu jedem Training kommen kann.

Unternehmen aus der Region

Beispiel 3: Floristin fragt: „Wollen Sie von der Verstorbenen erzählen?“ Zum Todestag meiner Schwester möchte ich einen Blumenschmuck für ihr Grab kaufen. Dafür gehe ich in ein Blumengeschäft. Als ich der Floristin den Grund für meinen Auftrag erkläre, sagt sie, wie leid es ihr tue, dass ich meine Schwester verloren habe. Sie fragt mich, ob ich ihr etwas über Schwester erzählen möchte, während wir gemeinsam einen Blumenschmuck aussuchen, der meiner Schwester gefallen hätte.

Beispiel 4: Kollegin bietet bei Tränen offenes Ohr und Taschentuch an Während der Arbeit kommen mir die Tränen, wenn ich an meine verstorbene Mutter denke. Eine langjährige Kollegin bemerkt das und reicht mir ein Taschentuch. Als ich ihr erzähle, dass meine Mutter kürzlich verstorben ist, drückt sie mir ihr Beileid aus und bietet an, ein offenes Ohr für mich zu haben, wenn ich über sie reden möchte. Sie selbst hat vor einigen Jahren ihren Vater verloren und kann meine Trauer gut nachempfinden. dpa/tmn


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