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Tierische Trostspender

Manche Tiere schenken auch Körperkontakt und Nähe. In Zeiten der Trauer kann das ein Stück weit tröstend wirken. Fotos: V. Neuse

Wie Tiere in der Trauer helfen können

Yvonne Wiemann

Der Tod trifft einen Menschen oft plötzlich und unerwartet. Auf das, was danach kommt, ist niemand wirklich vorbereitet. In der Trauer möchten die meisten Menschen alleine mit ihren Emotionen bleiben. Vor allem Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, sich zu öffnen und über das Geschehene zu sprechen.

Gerade trauernde Kinder und Jugendliche reagieren dann oft positiv auf die Anwesenheit von Tieren. Oft dienen diese als Initialzündung für einen Heilungsprozess, der ohne Tier wesentlich länger und schmerzhafter wäre. Hunde, Pferde und Co. regen den Menschen kognitiv an und aktivieren die emotionale Welt. Durch das Tier bekommt der Mensch eine Aufgabe, welche dafür sorgt, wieder im Alltag stattzufinden. Das tägliche Gassigehen und Füttern kann ein wenig Struktur in das Leben zurückbringen - auch wenn die Trauer überwältigend scheint. Das eigene Tier braucht weiterhin die volle Aufmerksamkeit seines Halters.

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Freund und Beschützer auf vier Beinen

Durch die Trauer leidet oft auch das Sozialleben. Ein Tier kann das im besten Fall ändern. Der Mensch fühlt sich mit Hund & Co. nicht mehr einsam und isoliert sich durch die neue Aufgabe immer weniger. Oftmals fehlt den Menschen nach dem Verlust auch das Gefühl von Nähe. Durch den stetigen Körperkontakt des Tieres kehrt diese Emotion zurück. Genau das kann man auf dem Tierwaldhof in Krukow im Herzogtum Lauenburg erleben. Dort wird eine Trauerbegleitung mit Tieren angeboten. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Familien. Verena Neuse ist dort tiergestützter Familiencoach und Trauerbegleiterin mit Tieren. Das Besondere ist, dass die Tiere die Trauer und andere Emotionen nicht bewerten, sondern den Menschen so akzeptieren, wie er ist. „Ich kann in die Mähne weinen oder mit dem Tier durch die Gegend rennen. Es ist bei allem dabei und bleibt an meiner Seite“, so beschreibt es die 54-Jährige.

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Welches Tier besonders für die Begleitung bei Trauer geeignet ist, ist ganz individuell. Mit Pferden ist das Konzept am bekanntesten. Der Tierwaldhof bietet die Begleitung aber auch mit Hunden, Schweinen oder Schafen an. Ganz nach den Bedürfnissen der Trauernden.

Welches Tier bei wem etwas auslöst, ist individuell sehr unterschiedlich.
Welches Tier bei wem etwas auslöst, ist individuell sehr unterschiedlich.

Zu Beginn macht die Trauerbegleiterin mit den Menschen einen Rundgang und beobachtet ihr Verhalten. Dadurch kann sie schnell feststellen, wo und bei welchem Tier bei dem Menschen etwas ausgelöst wird. Wichtig: Es wird nicht nur auf die Bedürfnisse der Menschen geachtet auch das Wohlbefinden der Tiere darf nicht zu kurz kommen. Wenn eines der Tiere signalisiert, dass es genug hat und eine Auszeit braucht, wird das Tier schnellstmöglich aus der Situation gezogen. Bei den Pferden sei das oftmals daran zu erkennen, dass es sich von den Menschen abwendet und je nach Situation selbstständig entfernt. Ähnlich sieht es auch bei den Hunden aus.

Für die optimale Arbeit mit Tieren sei ein Sachkundenachweis durch das Verterinäramt notwendig, so Neuse. Dabei werde vor allem geprüft, wie der Umgang mit den Tieren ist, wie es um den Tierschutz steht sowie ob die Tiere vernünftig und angemessen gehalten werden. Die Trauerbegleitung mit Tieren gewinne immer mehr an Bedeutung. Es existieren mittlerweile einige Anbieter. Besonders seit der Corona-Pandemie haben sich die Menschen mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse besonnen, merkt Verena Neuse an. Der Hang zur Natur und zu den Tieren habe zugenommen.

In manchen Dingen seien sich Mensch und Tier besonders ähnlich: Die Motivation ist auch bei der Trauerbegleitung tagesformabhängig Verena Neuse erklärt aber auch, was weitgehend gleich bleibt, dass nämlich die Tiere sofort die Gefühlslage des Menschen erkennen: „Tiere merken immer, was dahinter steckt.“


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