Zeit. Eine meßbare Einheit und so schnell vergangen. 1373 wurde Sankt Peter-Ording zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Nach 650 Jahren wird am kommenden Sonntag, 30. April 2023, dieses Jubiläum ab 10 Uhr mit einem großen Dorffest im Bereich Fasanenweg gefeiert. Den Auftakt macht zunächst ein Gottesdienst in der Kirche St. Peter. In dessen Anschluß um 11.30 Uhr wird der neue Sportplatz am Fasanenweg offiziell eingeweiht.
Doch zunächst ein Blick zurück: Wo einst Hufgeklapper die schmalen Straßen erfüllte und sich der Hall von eisenbeschlagenen Rädern an den Backsteinwänden der Reetdachkaten brach, hat sich über die Jahrhunderte eine andere Lebensweise verbreitet. Die Häuser sind sicherlich nicht mehr dieselben wie damals vor 650 Jahren. Gleich geblieben ist aber die Faszination von Sankt Peter-Ording. Diese lässt sich erfühlen, wenn man sich Zeit nimmt, den charismatischen, historisch anmutenden Teil des bekannten Nordseebades zu erkunden. Irgendwann ergreift es jeden, der sich auf die Geschichte einlässt und ein Stück Zeitreise machen möchte.

Sankt Peter-Ording hat einen besonderen Charme: Überschaubarer, gemütlicher als die Hektik anderer Städtchen. Umfriedet und mit einem unverhohlenen Hauch Nostalgie. Schlendert man durch die belebte Einkaufsstraße, welche sich zu einer gern angenommenen Flaniermeile etabliert hat, lassen sich in zweiter Reihe Kleinode friesischer Architektur entdecken. Hier und dort blitzen charaktervolle Katen zwischen dem Siedlungsdeich und den Dorfstraßen hervor. Umgeben von bunten Bauerngärten, welche mit Beginn des Frühjahrs bis weit in den Herbst hinein für bezauberndes Flair sorgen und allen Sinnen schmeicheln.
Kaum vorstellbar, dass hier einmal Hufschmiede, Handwerker und Wirtsleute ein enges Zusammenleben gestaltet haben. Dort, wo heute gastronomische Angebote Besucher in ihre Räumlichkeiten locken, kleine Boutiquen, Floristen und weitere Unternehmen ihren Geschäften nachgehen, war damals Handel per Handschlag an der Tagesordnung. Die Zeit fließt vorbei und so wie die Gezeiten es an dem nahegelegenen Küstensaum vormachen, unterliegt auch das Dorf einem stetigen Wandel. Eine Veränderung, welche, anders als die des Meeres durch Urgewalten, von Menschen gemacht und der gesellschaftlichen Entwicklung angepasst ist. In sensibler Rückschau auf die Ortsgeschichte, mit dem Sinn für Ortsgestaltung im Sinne der Einwohner und Gewerbetreibenden.
Für die anstehenden Feierlichkeiten am kommenden Sonntag haben Bewohner, örtliche Unternehmen, Institutionen sowie Vereine Ideen zusammengetragen und Konzepte für Besuchende entwickelt, die den Ort mit seinen Unterstützenden ein würdiges Jubiläum ermöglichen möchten.