Was in den 1960er Jahren als Initiative einiger engagierter Eltern begann, hat sich mit dem WerkHUS, wie die Einrichtung seit 2022 heißt, zu einer wichtigen Institution entwickelt. Damals startete in Husum ein sogenannter „Bastelkurs“ für sechs erwachsene Kinder mit Behinderung.
Wie in vielen anderen Regionen Schleswig-Holsteins und deutschlandweit richtete die Lebenshilfe daraufhin eine „beschützende Werkstatt“ ein. Der Name deutete darauf hin, dass der Schutz der Menschen mit Behinderung wichtiger war als ihre Teilhabe und Inklusion. Doch es war auch der Beginn einer Entwicklung, die nach und nach die Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft veränderte und ihnen den Zugang zu Bildung und Teilhabe ermöglichte.
Diakonie übernimmt

1974 übernahm das Diakonische Hilfswerk die Trägerschaft, und ein Jahr später wurden aus den „beschützenden Werkstätten“ die „Husumer Werkstätten“. Zu Beginn kümmerten sich drei Mitarbeiter um 60„Beschäftigte“. Der Begriff „Beschäftigte“ wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt, um die neue Wertschätzung und Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Heute sprechen wir von „Leistungsberechtigten“.
Verschiedene Arbeitsbereiche und Gewerke
1980 wurde in der Dieselstraße neu gebaut, und eine erste Zusammenarbeit mit einem Wirtschaftsunternehmen führte zur Eröffnung einer Wäscherei vor Ort. Mit der Anerkennung als Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) durch die Bundesanstalt für Arbeit eröffneten sich Möglichkeiten für weitere Arbeitsbereiche. In der Otto-Hahn-Straße entstanden eine Polsterei, Weberei und eine Montagegruppe. Mit dem zweiten Bauabschnitt kamen Arbeitsbereiche für Holz und Metall hinzu.
Neue Fachbereiche
Die Husumer Werkstätten entwickelten sich kontinuierlich weiter und übernahmen auch Projekte außerhalb Husums. 2001 wurde das Restaurant Dravendahl in Breklum erworben. 2009 ging der Heidehof in Horstedt in Betrieb. 2010 eröffnete ein Arbeitsbereich zur Fahrradreparatur. Neben den zusätzlichen Gewerken entstanden im Laufe der Zeit auch weitere Fachbereiche.
Dazu gehört die „Tide“ als Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen, das FörderHUS als Tagesförderstätte, eine Werkstatt für Menschen mit erworbener Hirnschädigung (MeH), die Tagesstätte „Hallig“ für junge Menschen mit sozialemotionalem Assistenzbedarf und seit 2018 eine weitere Tagesstätte für Senioren und älter werdende Leistungsberechtigte. Heute kümmern sich 180 Fachkräfte um fast 600 Leistungsberechtigte. epu