Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden

150 Jahre Osbahr Garten und Landschaftsbau aus Uetersen

Die Schott'sche Karre aus der Gründerzeit des Unternehmens vor 150 Jahren steht noch heute in der Empfangshalle des Betriebsgebäudes im Tornescher Weg in Uetersen. Foto: Hermann Mohrdieck

Familienunternehmen mit Großprojekten in Hamburg, Spezialisierung auf Großbaumverpflanzung, Baumchirurgie & moderne Landschaftsgestaltung sowie starkem Engagement in Ausbildung & Nachwuchsförderung

Mitte der 1930er-Jahre ging der Betrieb mit Enkel Gustav Osbahr in die dritte Familiengeneration. Dieser ließ sich zum Diplom-Gartenbauinspektor ausbilden und übernahm den Betrieb. Er sorgte dafür, dass die ersten großen Maschinen angeschafft wurden. Fräsen, Lkw und ein damals moderner Maschinenpark erleichterten die Arbeit der Belegschaft, die vor dem zweiten Weltkrieg auf rund 100 Mitarbeiter wuchs.

In dieser Zeit plante und pflegte das Unternehmen viele Ein- und Mehrfamilienhaus-Gärten in der Region Hamburg, vorwiegend in Altona und den Elbvororten. Es wurden komplette Gärten einschließlich der Erdarbeiten, Bepflanzungen, Rasenflächen, Platten- und Pflasterarbeiten sowie Mauern angelegt.

1967 nahm Gustav Osbahr seinen langjährigen Mitarbeiter Lothar von Wurmb als Gesellschafter in die Firma auf. Drei Jahre später siedelte das Unternehmen auf eigenen Grund und Boden nach Uetersen in den Tornescher Weg 140 um. Der Grund war das ständige Expandieren des Betriebs.

In Uetersen führte Lothar von Wurmb die Firma allein weiter, modernisierte den Gerätepark mit Raupen, Radladern und weiteren Großgeräten. Er wurde Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Großbaumverpflanzung und daraus folgend zu einem der bekanntesten Großbaumverpflanzer in Deutschland.

In den vergangenen 50 Jahren wurde mehrere 1000 Großbäume, in den letzten drei Jahren knapp 1000 Stadtbäume von den Osbahr-Mitarbeitern maschinell verpflanzt. Auch wurde eine Abteilung für Baumchirurgie ins Leben gerufen, um Baumdenkmäler und erhaltenswerte Bäume zu regenerieren und neu aufzubauen.

Generationswechsel und prominente Großprojekte

Lothar von Wurmb hat sich auch berufsständisch sehr engagiert und wurde 1985 Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) in Bonn und später der European Landscape Constructors Association (ELCA).

1995 gab es einen weiteren Generationswechsel im Betrieb: Lutze von Wurmb übernahm die Geschäftsführung von seinem Vater Lothar. Parallel zu den herkömmlichen Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau, der Großbaumverpflanzung und der Baumchirurgie werden heute durch die Zusammenfassung und Koordinierung gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse umfassende Arbeitsprogramme wie Düngungsphysiologie, Bauminjektion und Multispektral-Luftaufnahmen angeboten. Auch die Dachbegrünung gehört zu den neuen Angeboten des Betriebs.

Unternehmen aus der Region

Qualität und Nachwuchsförderung

Große gärtnerische Anlagen, vorwiegend im Großraum Hamburg, sind Zeugen der heutigen Aktivitäten. So war das Unternehmen unter anderem am neugestalteten Jungfernstieg, am Congresscentrum Hamburg, am Ballindamm, im Sportpark Eidelstedt oder in Uetersens Langes Tannen und der Uetersener Fußgängerzone tätig. Auch im Alten Wall am Hamburger Rathaus und in der Hafencity zeigten die Osbahr-Mitarbeiter ihr Können. Und bei den Pflegearbeiten an Teilen des A7-Deckels in Stellingen ist das Team ebenfalls dabei.

Unternehmen aus der Region

„Wir sind stolz darauf, der älteste deutsche Betrieb im Garten- und Landschaftsbau zu sein. Vieles hat sich geändert. Die Geräte unseres Gründers sind inzwischen einem großen, hervorragend ausgestatteten Maschinenpark gewichen. Aber die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter, die Service-Orientierung und der unternehmerische Mut des ersten Osbahr sind unserem Unternehmen erhalten geblieben“, betont Geschäftsführer Lutze vom Wurmb.

Besondere Auszeichnungen erhielt das Unternehmen im Jahre 2013. Osbahr Garten- und Landschaftsbau wurde mit dem Ehrenpreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und mit der Großen Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft geehrt. Der Betrieb hatte nach dem Urteil der Jury rund ein Drittel der bau- und vegetationstechnischen Arbeiten auf dem Gelände der Internationalen Gartenschau Hamburg 2013 hervorragend ausgeführt.

Die heute rund 70 Mitarbeiter des Unternehmens können auf einen großen Maschinenpark zurückgreifen. 15 Radlader und 15 Bagger sowie 20 weitere Fahrzeuge stehen ihnen neben weiteren modernen Gerätschaften zur Verfügung. „Dabei sind rund 70 Prozent unserer Mitarbeiter im Neubau von gärtnerischen Anlagen für Privatkunden und kommunale Einrichtungen wie die Außenanlagen von Kindergärten, von Schulhöfen oder Spielplätzen beschäftigt. Der Rest kümmert sich intensiv um Pflegearbeiten“, berichtet Lorenz von Wurmb, der als Sohn des Geschäftsführers ebenfalls im Betrieb in leitender Funktion tätig ist. Er betont auch, dass im Betrieb jährlich zwei bis drei junge Menschen zum Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ausgebildet werden. Es würden zudem jederzeit ausgebildete Landschaftsgärtner gesucht.

Unternehmen aus der Region

Zukünftig werde Landschafts-, Garten- und Grünpflege wieder weiter in den Vordergrund rücken. Nicht nur, aber auch wegen der derzeitigen Konjunkturflaute im Bau. „Auch deshalb haben wir in diesem Bereich mittlerweile einen eigenen Bauleiter“, erklärt Lorenz von Wurmb. Naturnahe und biodiverse Anlagen würden sowohl im gewerblichen, als auch im öffentlichen Raum an Bedeutung gewinnen - sowohl im Neubau, als auch in der Pflege. „Wir versuchen, jederzeit unsere Prozesse zu verbessern und planen mit dem Einsatz von Drohnen für Aufmaße oder KI für unsere Kalkulationen. Auch sehen wir uns weitere Möglichkeiten an, wie wir mit moderner Technik die Arbeit auf der Baustelle erleichtern können“, fügt er hinzu. moh


Meine Favoriten:
Alle Orte: