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Jonny's Cafe in Norstedt: Idyllische Stunden bei Musik und Gesang

Evelyn und Jonny Carstensen. Fotos: Silke Schlüter

Der Kulturtreffpunkt in der Region: 15 Jahre Auftritte als Musiker, Vorträge, kleine Konzerte, Gitarrenschule sowie Kunstausstellungen und Reiseleitung

Dort, wo der Vater von Johannes-Nikolaus Carstensen (62) in Norstedt einst einen landwirtschaftlichen Hof betrieb, entstand im Jahr 2008 ein Musik-Café. Jonny, wie ihn alle nennen, und seine Frau Evelyn eröffneten es vor 15 Jahren in der Wasserreihe 14, um ihre Liebe zur Musik direkt zu den Menschen zu bringen. Dankbar für die Treue ihrer Stammgäste und Freunde laden sie am Sonntag, 29. Oktober, zu einem bunten Programm ein. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit einem Rückblick auf die Geschichte von „Jonny-s Café“. Mittags wird Steckrübenmus serviert, wobei (nur) hierfür bis zum 23. Oktober eine Anmeldung unter Telefon 04843/202312 nötig ist. Den Nachmittag gestalten unter anderem Jonnys „Gitarrenfreunde“.

Hoferbe mit Musik im Blut

Jonny Carstensen wuchs mit sechs Schwestern auf und war so der auserkorene Hoferbe. Doch als Junge widerstrebte ihm der Gedanke, sein Leben lang Kühe melken und auf dem Feld arbeiten zu müssen: „Schon früh wusste ich, dass meine Zukunft in der Musik liegt. Ich wünschte mir ein Klavier, doch Vater meinte, das sei brotlose Kunst.“ Als er elf Jahre alt war, schenkte ihm jemand eine Gitarre. „Dieses Instrument begleitete mich auf Schritt und Tritt“, sagt der leidenschaftliche Musiker, der früh ein Faible für sozialkritische Lieder entwickelte. Seine Vorbilder Hannes Wader, Klaus Hoffmann, Stephan Sulke und Iain McIntosh lernte er in den 1970er Jahren kennen.

Harmonische Stunden im Café

Zuerst aber erlernte Jonny einen „anständigen“ Beruf (Schlosser), arbeitete dann als Umweltschützer im Niebüller Naturkundemuseum und später als Erzieher in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in der Kinder- und Jugendhilfe. Mit seiner Frau Evelyn – sie singt und spielt Akkordeon - gründete er die Gruppe „Landlicht“, zu der auch Kirsten Ponath (Gesang und Flöte) gehört. Meist treten sie gemeinsam auf. Regelmäßig live erleben kann man das Trio an den Wochenenden im Café, wo sich samstags und sonntags viele Menschen einfinden, um bei Kaffee und Kuchen harmonische Stunden zu verbringen. Jeder wird herzlich begrüßt. Wenn es sehr voll wird, rücken die Gäste an den Tischen zusammen, denn bei Jonny und Evelyn bleibt niemand lange alleine, denn: „Wir sind dankbar für jeden, der Teil unserer kleinen, herzerwärmenden Community ist, und das leben wir auch.“

Reiseleitung, Gitarrenschule und Show-Acts

Unter der Woche kommen häufig Busreisegruppen aus Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Dänemark nach Norstedt. Nicht selten steigt Jonny als Reiseleiter zu und er-zählt während der Fahrt spannende Geschichten über Land und Leute. „Dieser Geschäftsbereich ist einer der Gründe, warum wir existieren können. Wir leben nicht alleine vom Cafébetrieb, sondern auch von der Reiseleitung, der Gitarrenschule und unseren Auftritten als Musiker“, so der vielfältig aufgestellte Unternehmer.

Für die Umwelt und das (soziale) Klima

Das Paar ist sehr naturverbunden. Es engagiert sich für die Umwelt und für ein besseres (auch soziales) Klima. Selbstverständlich ist, dass die Kuchenzutaten aus nachhaltiger Produktion kommen und möglichst kurze Wege hinter sich haben. „Beim Kaffee lege ich Wert darauf, dass die Pflanzen unter natürlichen Bedingungen ohne Zusatz von künstlichen Düngemitteln angebaut werden“, so der Gastronom. „Ich möchte, dass der von mir gezahlte Kaufpreis möglichst verlustfrei bei den Kaffeebauern und Plantagenarbeitern ankommt und sie von ihrer Arbeit leben können.“

Längst hat sich das „Jonny-s Café“ in der Region als Kulturtreffpunkt etabliert. Mit knapp 60 (inklusive Zelt auch 100) Plätzen eignet es sich für diverse Feierlichkeiten, Vorträge, kleine Konzerte sowie Kunstausstellungen, die den Gästen zusätzlichen Gesprächsstoff liefern. Aktuell schmücken Werke der Malgruppe aus dem Husumer Mehrgenerationen-Treff die Wände des Cafés. ssl

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