1924 wurde die Gärtnerei von Georg Petersen in der Schubystraße gegründet, später kaufte er ein Gelände an der Husumer Straße. Nach seinem frühen Tod übernahm sein Sohn Georg den Betriebsteil in der Schubystraße und dessen Bruder Heinrich Petersen den Teil des Unternehmens in der Husumer Straße.
Heinrich Petersen erweiterte diesen Betriebsteil, baute viele weitere Gewächshäuser und vergrößerte den Großhandelsverkauf. Der kleine Blumenladen am Wohnhaus wurde von Christa Petersen betreut, angeboten wurden selbst produzierte Pflanzen und ein kleines Schnittblumensortiment. 1998 erfolgte die Übergabe an den Sohn Kai Petersen.
Ausrichtung auf den Einzelhandel
Gärtnermeister Kai Petersen, mittlerweile in dritter Generation im Familienbetrieb und nun für die Gärtnerei verantwortlich, hatte damals rechtzeitig erkannt, was getan werden musste: Man brauchte mehr Ausstellungsflächen, mehr Verkaufsflächen mehr Wege für die Kunden, mehr Pflanzen (ein größeres Sortiment), mehr Parkplätze. Einfach mehr von allem. Denn Gärtnereien waren nach wie vor gefragt: Ein schöner Garten, eine schöne Terrasse und ein schönes Zuhause wurden für viele Menschen immer wichtiger - und sind es auch heute, in Zeiten, in denen es immer weniger Rückzugsmöglichkeiten gibt, währenddessen das Arbeitsleben mobil und allgegenwärtig wird und sich überallhin ausbreitet.
Übernommen hatte Kai Petersen den Betrieb 1998. Die Betriebsstrukturen an der Husumer Straße wurden nunmehr auf den Einzelhandel ausgerichtet, aber man blieb klassische Gärtnerei. Kein Gartencenter, das auch Grills, Sitzecken und Möbel anbietet. Aber Investitionen wurden nötig, für neue Gewächshäuser, neue Parkflächen, neue Technik. Denn auch für Gärtnereien war die Entwicklung nicht stehengeblieben.
Aufgeblasene Gewächshäuser
Nicht ganz so wie Hüpfburgen, aber ähnlich: Zwei Gewächshäuser an der Husumer Straße haben Seitenwände und Dächer aus aufblasbaren Doppelfolien. Die isolierende Luftschicht zwischen den Folien sorgt für eine 30%ige Energieeinsparung gegenüber einer Einfachfolie. Die Gewächshäuser müssen allzeit frostfrei gehalten und als Verkaufsräume auch geheizt werden. Die Doppelfolien sind hinsichtlich UV-Licht durchlässiger als herkömmliches Glas, was dem Pflanzenwachstum zugutekommt. Größere Lüftungsflächen und höhere Stehwände haben eine bessere Belüftung zur Folge. Die Tische in den Häusern werden vollautomatisch mit Regenwasser bewässert, die Bewässerungssysteme stauen die Tische mit Wasser an (genannt Ebbe-Flut-System), nicht verbrauchtes Wasser wird danach wiederaufgefangen und wiederverwendet.
... Nützlinge sind besser
Chemie ist schlecht, Nützlinge sind besser: Bei Gärtnerei Petersen setzt man verstärkt auf Nützlinge (die von darauf spezialisierte Firmen gekauft werden). Nützlinge sind die Gegenspieler von Schädlingen. Während diese sich von Pflanzen ernähren, dienen Schädlinge den Nützlingen als Nahrung oder werden parasitär genutzt. Schlupfwespen beispielsweise sind für Pflanzen und Menschen völlig ungefährlich. Diese Nützlinge legen ihre Eier über einen Stachel in Käfern, Motten und Läusen ab. Damit sind sie für den Schädlingsbestand verheerend, denn die gelegten Eier schlüpfen nach einigen Tagen und töten den Wirt. Die Gärtnerei Petersen lässt sich das ganze Jahr über mit Nützlingen beliefern, die im Bestand an der Husumer Straße ausgebracht werden. Andere Nützlinge sind Florfliegenlarven oder auch Nematoden (Fadenwürmer). Der Einsatz von chemischen Substanzen für den Pflanzenschutz lässt sich so erheblich verringern.