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20. August 2017 | 21:59 Uhr

Nur Schleichwerbung und Inhaltsleere? : Youtube-Stars – was steckt dahinter?

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Im Videoportal gedeihen Promis heran: In den USA sind sie mittlerweile Millionäre, in Deutschland dagegen häuft sich Kritik

Was vor einem Jahrzehnt mit Heim- und Katzenvideos anfing, ersetzt inzwischen für viele das traditionelle Fernsehen. Auf der Videoplattform YouTube werden täglich millionenfach Klicks generiert – und dadurch eigene Stars. In den USA verdienen die Macher hinter den erfolgreichsten Kanälen inzwischen Millionen.

Die Videos wirken simpel: Die neuen Stars im Netz geben ihre Koch- oder Schminktipps, spielen Parodien oder ganze Sketche. Oft filmen sie einfache Einblicke in ihr Privatleben oder äußern Meinungen zu aktuellen Themen. Doch ihr Einfluss bei Jugendlichen ist mächtig, zeigt eine Umfrage des US-Medienunternehmens Defy Media. Demnach gucken die befragten 13- bis 24-Jährigen in den USA im Schnitt 11,3 Stunden Onlinevideos in der Woche – drei Stunden mehr als herkömmliches Fernsehen. Nach eigenen Angaben hat YouTube momentan über eine Milliarde Nutzer, das sind fast ein Drittel aller Internetnutzer weltweit.

Hinter den scheinbar privaten und spontanen Heimvideos steckt eine ausgefeilte Marktstrategie: der Mensch oder der Kanal wird zur Marke. Neben festen Einnahmen aus Werbung wird auf eigene Merchandise-Artikel, Schminkprodukte oder Kochbücher hingewiesen – dank mehrerer Millionen Abonnenten ein lukratives Geschäft. Unangefochtener Topverdiener unter den YouTube-Stars ist der Schwede Felix Kjellberg, im Netz bekannt als „PewDiePie“. Seine mehr als 40 Millionen Abonnenten verhalfen ihm vergangenes Jahr zu einem Einkommen von elf Millionen Euro, berichtet das Magazin „Forbes“. Kjellbergs Zuschauer sehen ihm regelmäßig beim Testen von Videospielen zu.

Ganz so viele Anhänger wie die Vorbilder aus Amerika haben die deutschen Kanäle nicht, doch auch sie verzeichnen deutlich über eine Million Abonnenten. Künstler wie „YTITTY“ oder „Unge“ haben den Durchbruch geschafft, einige der deutschen Stars verdienen teilweise bis zu sechsstellige Beträge im Jahr, schätzt Bertram Gugel, Berater im Bereich Webvideo. Der 28-jährige Florian Mundt landete im Juli gar ein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel – ganz nach dem Muster der drei Stars, die im Januar US-Präsident Barack Obama befragen durften. Doch neben 4,3 Millionen Klicks gab es auch Kritik für das Interview: Die Fragen zu simpel, von Merkel als Plattform für die eigene Botschaft benutzt, lautete der Vorwurf deutscher Journalisten. Auch „LeFloids“ Kollegin Nicole Ochmanczyk alias „Dagi Bee“ gerät durch nicht ausgewiesene Produktplatzierungen immer wieder ins Abseits.

Trotz allem bleibt den Youtube-Stars, ob in Deutschland oder den USA, die Unterstützung ihrer jungen Fans erhalten. In den USA sind YouTuber mittlerweile bekannter als so mancher Schauspieler oder Sänger.

Was alle Stars gemeinsam haben: Ein aktiver Austausch mit den Zuschauern. Kommentare werden beantwortet, Selfies mit Fans in den sozialen Netzwerken geteilt. „Es ist eine neue Generation von Berühmtheiten“, erklärt Jeetendr Sehdev, Professor an der University of Southern California. „Sie sind sowas wie die Anti-Stars - weil sie echt sind.“

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erstellt am 28.Dez.2015 | 14:10 Uhr

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