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Nach „Nein“ vom Bundeskartellamt : Tengelmann und Edeka kämpfen für die Fusion

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Die Supermarktketten Tengelmann und Edeka wollen nach der geplatzten Fusion noch nicht aufgeben.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2015 | 16:57 Uhr

Mühlheim/Ruhr | Die Supermarktketten Tengelmann und Edeka wollen das Veto des Bundeskartellamts gegen ihre Fusionspläne nicht hinnehmen und haben eine Ministererlaubnis für den Zusammenschluss beantragt. „Wir sind überzeugt, dass die tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Vorteile unseres Fusionsvorhabens die rein wettbewerbsrechtlichen Kritikpunkte des Bundeskartellamtes weit überwiegen“, begründete Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub den Schritt. Dabei gehe es vor allem um die rund 16.000 Arbeitsplätze bei Tengelmann, sagte Haub. Sie könnten „nur mit der Fusion umfassend gesichert werden“.

Der Lebensmittelhandel in Deutschland ist schon heute hochkonzentriert. Nur vier Ketten - Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe mit dem Discounter Lidl sowie Aldi - teilen sich 85 Prozent des Marktes. Und unter den „großen Vier“ ist Edeka mit weitem Abstand die Nummer eins. Deshalb klingelten bei den Wettbewerbshütern auch die Alarmglocken, als im Oktober vergangenen Jahres die Pläne des Handelsriesen bekannt wurden, die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann zu übernehmen. Die Kartellwächter fürchteten eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbssituation. Das Bundeskartellamt hatte daher die Übernahme von Tengelmann durch Edeka Anfang April wegen massiver wettbewerbsrechtlicher Bedenken untersagt.

Bei einem Zusammenschluss befürchtet die Wettbewerbsbehörde Preiserhöhungen und weniger Konkurrenz. Edeka wollte die traditionsreiche Supermarktkette eigentlich Ende Juni übernehmen. Insgesamt sind in den rund 450 Filialen knapp 16.000 Mitarbeiter beschäftigt. Sie erwirtschafteten zuletzt einen Netto-Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Die Handelskonzerne hatten angekündigt, rasch über ihr weiteres Vorgehen entscheiden zu wollen. Nun setzen sie auf eine Genehmigung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Edeka und Tengelmann hatten angeboten, rund 100 Filialen aus dem Deal herauszulösen und an andere Einzelhändler zu verkaufen. Für Edeka wäre damit noch ein Paket von rund 350 Filialen geblieben. Dieses Angebot reichte dem Kartellamt jedoch bei weitem nicht aus.

Die Handelsgruppe Tengelmann will sich aus dem Lebensmittelhandel zurückziehen, in dem sie zuletzt nach eigenen Angaben nur noch Verluste machte. Firmenchef Haub hatte bei Bekanntgabe der Verkaufspläne gewarnt, wenn das Geschäft nicht zustande komme, drohe im schlimmsten Fall das Aus für die rund 450 Filialen.

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