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G20-Gipfel in Hamburg : Statt Protestcamp im Stadtpark – wo Gipfelgegner schlafen können

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Platzt das geplante Camp, haben die Gipfelgegner ein Problem. Welche Alternativen gibt es für sie?

Etliche Luxushotels in Hamburg stellen sich vor dem G20-Gipfel auf hohen Staatsbesuch ein. Gänzlich anders sehen die Schlafplätze der Gipfelgegner aus. Zwar jubelten diese, als das Bundesverfassungsgericht ein generelles Verbot des geplanten Protestcamps mit 3000 Zelten im Stadtpark aufhob. Doch weil der Beschluss Einschränkungen und sogar ein Verbot aus Gründen der öffentlichen Sicherheit nicht ausschließt, geht das Ringen weiter.

Diese Alternativen haben die Anti-G20-Demonstranten:

Altonaer Volkspark

Auch im Stadtteil Altona wird ein geplantes Protestcamp zur Hängepartie. Ein Camp im Volkspark müsse die Stadt nicht dulden, entschied das Verwaltungsgericht am Mittwoch. Das Gartendenkmal stehe unter besonderem Schutz, das Zelten in öffentlichen Grünanlagen sei verboten. Gegen die Entscheidung legten die Organisatoren Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte.

Wildcampen

Gibt es keine offiziellen Camps in der Stadt, wird notfalls wild kampiert, wie Twitter-Nutzer und Protestgruppen unter dem Hashtag #YesWeCamp ankündigen.

Bettenbörse

Auf Anregung der Stadtteilversammlung „St. Pauli selber machen“ hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac online eine Bettenbörse eingerichtet. Privatpersonen können dort Übernachtungsplätze anbieten. Knapp eine Woche vor dem Gipfel ist die Gesamtzahl der Einträge - rund 60 - überschaubar. Die Zahl der verfügbaren Betten ist höher. Unter anderem bietet die Alevitische Gemeinde zwei Schlafsäle an. „Natürlich kann das in keiner Weise auffangen, was die Camps leisten würden“, sagt eine Attac-Sprecherin.

Couchsurfing

Auf der Plattform des Gastfreundschaftsnetzwerks bieten „Couchsurfer“ in aller Welt kostenlose Unterkünfte an. Rund 40.000 Nutzerprofile weisen Hamburg als Standort aus. Über die Suchfunktion lassen sich mehr als 6000 mögliche Gastgeber anzeigen, die angegeben haben, während der Gipfeltage Menschen aufnehmen zu können.

Airbnb

Eine knappe Woche vor dem Gipfel sind auf dem Übernachtungsportal fast alle Unterkünfte der Hansestadt während des Gipfels ausgebucht. Bei einem Preis bis 50 Euro pro Übernachtung waren eine knappe Woche vor dem Gipfel noch vier Prozent verfügbar.

Jugendherberge

Protestgruppen hätten sich in Hamburger Herbergen zumindest nicht offiziell angemeldet, sagt eine Sprecherin des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Dennoch seien während des Gipfel-Wochenendes fast alle Zimmer vergeben - vor allem an Touristen. „Die Buchungsstruktur ist ganz normal, die Auslastung um diese Jahreszeit ebenfalls.“

Hotel

Die Hotels der Hansestadt sind während des G20-Gipfels nahezu ausgebucht. Wer eines der verbliebenen Zimmer ergattern will, muss tief in die Tasche greifen. Viele Hotels verlangen während des Gipfel-Wochenendes doppelt so viel Geld wie an anderen Juli-Wochenenden. Für die meisten Demonstranten sei das keine Option, heißt es bei Attac.

Privat

Wer in Hamburg Freunde oder Bekannte habe, versuche dort unterzukommen, heißt es von verschiedenen Gruppen. Gelegenheit, sich zu vernetzen, gab es bei zahlreichen Vorbereitungstreffen und Infoabenden in- und außerhalb der Hansestadt.

 
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erstellt am 30.Jun.2017 | 15:35 Uhr

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