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Hobby-Imkern im Garten : Mit dem eigenen Schwarm gegen das Bienensterben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bienen fand Dorte Andersen schon immer faszinierend. Im Herbst legte sie sich ihre erste eigene Bienenfamilie zu. Ihr Freund war zuerst wenig begeistert.

Apenrade | Mit ruhiger Hand öffnet Dorte Andersen den grünen Kasten, in dem sich ihre Bienenkolonie befindet. Mit Bedacht, aber in keiner Weise zögerlich, nimmt sie eine der Platten voller Waben heraus. Darauf tummeln sich zahlreiche Bienen. Andersen trägt keine Handschuhe, sicherheitshalber aber einen Netzhut. „Die Bienen haben sich an meinen Geruch gewöhnt und mich akzeptiert, daher trage ich keine Handschuhe“, erklärt die Hobby-Imkerin aus dem dänischen Apenrade. Gestochen worden sei sie ohnehin noch nie von ihren Bienen. Bienen stechen nur im Notfall, weiß Andersen, da sie beim Stich selber sterben.

Auch ihr Freund Marc ist stichfrei. Er war zuerst kein Fan davon, Bienen im Garten zu haben, aber mit der Leidenschaft seiner Freundin fürs Imkern ist auch sein Interesse am neuen Hobby gewachsen. Besonders viel Wissen über ihre Gartenbewohner hat die Ergotherapeutin sich im Internet angeeignet. Dort gibt es zahlreiche Foren und Facebookgruppen. Auch ein Nachbar, der selbst Bienen hat, hilft ihr sehr.

Dorte Andersen startete gleich voll durch und holte sich die Bienen in den eigenen Garten. Die Tiere übernahm sie von einem Bekannten. Die frisch gebackene Züchterin hat schon ein neues Projekt für ihre Bienen: Nach einer Anleitung im Internet hat sie selbst einen Bienenkasten gebaut. „Honig ist nicht der Grund, weshalb ich Bienen züchte“, so die Hobby-Imkerin. Das Bienensterben könne sich auch auf den Druck zurückführen lassen, der auf die Honigbienen ausgeübt wird, vermutet sie. In Lastwagen würden die Bienen von Ort zu Ort kutschiert, um Blüten zu bestäuben. Das sei Stress für die Tiere. Eine Art Bienen-Burnout also? Nicht allein das, auch Pestizide werden immer wieder als Grund für das Massensterben angeführt. Chemiedünger kommt bei ihr nicht in den Garten „Ich zupfe dann lieber das Unkraut“, sagt Marc.

Schon allein, um Nachwuchs zu produzieren, hätte Dorte Andersen gerne einen zweiten Schwarm. „Wenn ich jetzt noch eine andere Familie hier im Garten hätte, müsste ich nicht fürchten, dass die Bienen sich nicht vermehren“, sagt sie. Einen Schwarm hofft sie, „einfangen“ zu können.

Wenn man Glück hat, meint die Züchterin, kann man so einen Schwarm finden und in einem Korb mit nach Hause nehmen. Das Paar würden sich über mehr Bienen freuen. Dann haben sie aber auch genug Tiere. Neben den Bienen haben sie noch ihren Hund zu versorgen. Dieser lebt mit den neuen Gartenbewohnern friedlich zusammen.

Besonders wichtig ist es, die Bienen vor den sogenannten Varoamilben zu schützen. Diese Parasiten befallen oft ganze Schwärme, die Bienen sterben dann. Daher träufelt man im Winter eine Säure auf die Insekten und tötet die Milben so ab. Überwintern können die Bienen alleine, ab und an kann man sie mit Zuckerzusatz füttern. Im Frühling gilt es dann, zu sehen, ob es den Tieren gut geht. Dorte Andersen dazu: „Das erkennt man daran, ob es Eier und Nachwuchs gibt“. Wenn alles gut geht, sind die Tierchen eine Bereicherung für den Garten und sorgen dafür, dass die Bäume Früchte tragen. Ein weiterer schöner Aspekt der Bienenzucht ist der Honig.

Seit sie die Bienen hat, meint die Imkerin, erlebt sie die Jahreszeiten auf eine ganz andere Art. Auch ihr ökologisches Bewusstsein sei gewachsen. Sie findet es schade, dass die Bienen einen so schlechten Ruf als stechendes Ungeziefer haben. Die Imkerin freut sich auf den Sommer. Denn dann vereinen sich hoffentlich ihre beiden Hobbys, Garten und Bienen: Die Apfelbäumchen, die Dorte und Marc gesetzt haben, warten schon auf den Schwarm.

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erstellt am 29.Apr.2015 | 11:45 Uhr

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