Kommunalwahl : Kommunalwahl: Linke sorgt in Schwabstedt für Paukenschlag

Noch vor dem Frühstück gab Viöls Bürgermeister Heinrich Jensen seine Stimme ab.
Noch vor dem Frühstück gab Viöls Bürgermeister Heinrich Jensen seine Stimme ab.

Die CDU der Treenegemeinde befindet sich auf Talfahrt während der Bürgerverein in Friedrichstadt die SPD überholt.

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07. Mai 2018, 07:25 Uhr

In Friedrichstadt gibt es kaum jemanden, der Jens Ingwer Johannsen nicht kennt: Seit 36 Jahren sitzt er für die SPD im Stadtrat. „Acht Mal bin ich als Direktkandidat unmittelbar in das Stadtparlament gewählt worden“, berichtete er bei der Stimmenabgabe mit Ehefrau Anke um exakt 14.33 Uhr im Wahllokal 2. „Und das hat bis jetzt kein zweiter geschafft. Ich nehme aber jetzt meinen Abschied – wählen gehe ich natürlich weiterhin.“ In der Holländerstadt brechen spannende Zeiten an, denn der Bürgerverein landete bei 29 Prozent und konnte um 10,5 Prozent im Vergleich zu 2013 zulegen (18,5 Prozent). Er erkämpfte sich somit die meisten Stimmen. Johannsens Sozialdemokraten errangen lediglich 26,7 Prozent. 2013 waren es mehr – und zwar 33,3 Prozent. Direktkandidat Eggert Vogt bekam davon 316 Stimmen. Auch der SSW lag mit 18,3 Prozent etwas unter seinem Ergebnis von 2013 (19,2 Prozent). Die CDU erzielte 26 Prozent, drei Prozent weniger als vor fünf Jahren. Hier konnte Burkhard Beierlein mit 386 Stimmen am meisten punkten.

Für eine weitere Überraschung sorgte die Linke in Schwabstedt, die auf Anhieb 17,5 Prozent der Stimmen holte. Schwabstedt ist eine der wenigen nordfriesischen Gemeinden, in denen die Partei überhaupt antritt. Großer Verlierer des Abends war die CDU. Für sie votierten nur 27,8 Prozent. 2013 waren es noch 45,9 Prozent. Das sind ganze 18,1 Prozentpunkte weniger. Die SPD gewann leicht mit 5,5 Prozent (2013: 5,1 Prozent). 21,8 Prozent errang die FDP, vor fünf Jahren waren es 23 Prozent. 27,4 Prozent der Stimmen bekam die WGS (2013: 25,9 Prozent). 58,4 Prozent der Schwabstedter beteiligten sich an der Wahl.

In Mildstedt lag die Wahlbeteiligung bei 56,2 Prozent. SPD-Direktkandidat Hans-Peter Henkens hat mit 295 Stimmen das beste Einzelergebnis erzielt. Die SPD erreichte 36,3 Prozent und musste ordentlich Federn lassen, denn vor fünf Jahren lag sie bei 44,2 Prozent. Die CDU kam auf 26,2 Prozent, dies ist ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zu 2013 (23,9 Prozent). Leichte Gewinne verzeichnete auch die FDP, die sich mit 10,5 Prozent um 2,3 Prozentpunkte verbesserte (2013: 8,2 Prozent). Gewinner der Wahl ist aber der AWN. Er legte um 3,3 Punkte von 23,7 Prozent in 2013 auf 27 Prozent zu.

Noch vor dem Frühstück gab Viöls Bürgermeister Heinrich Jensen seine Stimme ab. „Ich wünsche mir eine hohe Wahlbeteiligung als Anerkennung für die vergangenen fünf Jahre.“Weiter hoffe er auf klare politische Verhältnisse. In der vergangenen Wahlperiode habe es ein Überhangmandat gegeben. „Es wäre schön, wenn wir diesmal klare Mehrheiten bekommen– ohne ein Überhangmandat“, so der Bürgermeister. Jensen errang als CDU-Direktkandidat mit 625 übrigens mit Abstand die höchste Anzahl der Stimmen. Die Viöler CDU, die bereits 2013 49,5 Prozent der Stimmen einfuhr, verbesserte sich um 5,2 Prozent auf nun 54,7 Prozent. Die AWG erhielt 45,3 Prozent.

Spannend wurde es in Haselund. Hier traten die SPD und drei Wählergemeinschaften gegeneinander an. Die SPD landete weit abgeschlagen bei 4,9 Prozent während sich die AADW mit 42,7 Prozent an die Spitze setzte. Die WGE errang 36,1 Prozent, die AWH 16,3 Prozent.

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