Kommunalwahl 2018 in SH : Kommunalwahl 2018 in SH: Mehr Wahlbürger, weniger Wutbürger

Erstwähler Lucas Bock (16) gibt seine Stimme in Neumünster ab.

Erstwähler Lucas Bock (16) gibt seine Stimme in Neumünster ab.

Langsam setzt eine Repolitisierung der Wählerschaft ein, kommentiert Stefan Hans Kläsener.

shz.de von
07. Mai 2018, 08:00 Uhr

Im Unterschied zu Stammtischdebatten, Leitartikeln über die große Politik, Seminaren in den Hochschulen, Talk-Shows in den Fernsehsendern und Bewerbungsreden auf Parteitagen haben die Kommunalwahlkämpfe ein unschlagbares Argument für sich: Hier geht es um das unmittelbare Umfeld. Hier geht es nicht um „die da oben“ und „wir hier unten“, hier geht es um ein sehr gesundes „was wollen wir hier eigentlich machen?“

Die Mandatsträger der zu Ende gehenden Wahlperiode dürfen sich freuen, dass die Wahlbeteiligung nicht erneut gesunken ist. Sie dürfen es als Zeichen der Anerkennung verstehen, auch wenn sie selbst möglicherweise gar nicht mehr zur Wahl standen. Es ist ihr Verdienst, dass die Bedeutung der Belange um Kindergartenbeiträge, Straßenausbau, Heckenschnitt und Ortsumgehung, um die Planung von Windrädern und Geschossflächenzahlen langsam ins Wählerbewusstsein durchsickert.

Zugleich ist das ein Hinweis darauf, dass langsam eine Repolitisierung der Wählerschaft einsetzt. Die Menschen merken, dass es um etwas geht, wenn sie die Repräsentanten des Gemeinwesens bestimmen dürfen. Dies ist bei Kommunalwahlen um ein Vielfaches mehr der Fall als bei Landes-, Bundestags-oder Europawahlen. Die Wähler sind wacher geworden, und das ist gut.

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