Verkehr auf Sylt : Sylt rüstet sich für einen starken Gästeandrang zu Pfingsten

In Rantum entsteht eine Linksabbiegespur zur Hafenstraße, auf die Autofahrer derzeit über eine Umleitung gelangen.

In Rantum entsteht eine Linksabbiegespur zur Hafenstraße, auf die Autofahrer derzeit über eine Umleitung gelangen.

Der traditionell starke Reiseverkehr am verlängerten Wochenende wird von einer Reihe insularer Baustellen behindert - und die Deutsche Bahn kündigt eine Sperrung des Keitumer Bahnübergangs an.

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18. Mai 2018, 06:45 Uhr

Pfingsten wird’s eng – zumindest auf den Straßen zwischen List und Hörnum, Morsum und Westerland. Der traditionell starke Reiseverkehr am verlängerten Wochenende wird von einer Reihe insularer Baustellen behindert. Die Bahn bietet dabei noch eine ganz besondere Überraschung: In der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag sperrt sie für neun Stunden den wichtigen Bahnübergang in Keitum – der Inselosten wird abgehängt.

„Die Vollsperrung zu Pfingsten ist mehr als unglücklich“, kommentierte Bürgermeister Nikolas Häckel gestern die kurzfristige Ankündigung aus der Bahnzentrale. „Das zeigt deutlich auf, dass der Bahn unsere örtliche Situation überhaupt nicht präsent ist.“ Die Gemeinde habe den Antrag der Bahn erst am Dienstag erhalten und „zum Glück“ noch die Vollsperrung auf die Nachtzeit begrenzen können. Aber Häckel stellt klar: „Ich erwarte mir mehr Rücksicht der Bahn auf die notwendigen Bedürfnisse unseres Tourismusstandortes.“

Die Vollsperrung des Bahnübergangs an der Kreisstraße 117 dauert von Sonntag, 22 Uhr abends, bis Montag, 7 Uhr morgens. Ursache sind nach Angaben der DB-Pressestelle „Gleisstopfarbeiten, der Einbau von Schienen und Asphaltarbeiten im Bereich des Bahnübergangs.“ Die Umleitungsstrecke führt über die Tinnumer Brücke, den Ringweg und die Bäderstraße bis zur Koogstraße.

Schon zu Ostern hatte sich die Deutsche Bahn alles andere als tourismusfreundlich gezeigt, als die Passagiere wegen Gleisbauarbeiten in Pinneberg in Elmshorn umsteigen mussten und einige IC-Verbindungen ganz ausfielen.

Aber noch an einigen anderen Inselorten müssen sich Sylter und Gäste auf Behinderungen einstellen, auch wenn sich Inselverwaltung, EVS und Bauunternehmen ins Zeug gelegt haben, um überall fertigzuwerden. Wer am Sonnabend und Sonntag zum Beispiel zum Beach Polo nach Hörnum möchte, kommt an der Baustelle vor dem Rantumer Dorfhotel nicht herum. Dort entsteht eine Linksabbiegespur zur Rantumer Hafenstraße. Die Landesstraße 24 ist zeitweise halbseitig gesperrt. Wer zum Dorfhotel oder zum Rantumer Hafen möchte, muss ein Stück südlicher in die Straße Am Torbogen einbiegen und wird dann am ADS-Schullandheim vorbeigeführt. „Die Arbeiten werden aller Voraussicht nach bis Mitte Juni 2018 abgeschlossen sein“, teilte die Gemeinde mit.

In Westerland ist die Dr.-Ross-Straße voll gesperrt, was auch die Parksituation in der Käpt’n-Christiansen-Straße verschärft. Der parkscheinpflichtige Bereich wurde ausgeweitet – mit der Folge, dass Pkw-Fahrer, die einen kostenlosen Parkplatz suchen, nun erst weiter südlich beim Schützenplatz fündig werden. Aufgrund der späten Frostperiode ist die Sanierung der Dr.-Ross-Straße in leichtem Verzug und dauert – sofern der nächste Winter ähnlich ausfällt wie der letzte – nach Einschätzung der Gemeinde wohl bis Mai 2019. Der Abschnitt Schützenstraße – Bismarckstraße soll aber schon im kommenden August wieder durchgängig befahrbar sein.

Die Rot-Kreuz-Straße in Westerland ist voraussichtlich bis Ende Juni halbseitig für Leitungsbauarbeiten des Energieversorgers EVS gesperrt.

Rechtzeitig zu Pfingsten verschwunden ist die Baustelle in der Hörnumer Hafenstraße. Dort hat der Autoverkehr seit einer Woche wieder freie Fahrt, teilte die Inselverwaltung mit. Im Herbst rücken dort aber nochmal die Straßenasphaltierer an.

Wichtigster Dreh- und Angelpunkt ist aber wie jedes Jahr zu Pfingsten der Autozugterminal. Der Wunsch des Bürgermeisters: „Wir bitten alle mit dem Autozug Abreisenden, wenn möglich auf frühe oder späte Randzeiten auszuweichen, um das Staurisiko am späten Vormittag und am Mittag zu reduzieren.“

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