Sylter Altenzentrum : Senioren oder Azubis: Was passiert mit dem Altenzentrum Steinmannstraße?

Das Altenzentrum in der Steinmannstraße.
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Das Altenzentrum in der Steinmannstraße.

Der Sozialausschuss diskutiert über einen umstrittenen Vorschlag zur Nutzung leerstehender Räume im Altenheim Steinmannstraße. Der Grund? Es fehlen die Interessenten im hohen Alter.

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16. April 2018, 06:15 Uhr

Weil sich auch ein Jahr nach Eröffnung kein einziger Interessent für die ambulant betreuten Wohngemeinschaften der Johanniter im Altenzentrum Steinmannstraße gemeldet hatte, schlug Marcus Kopplin, der Chef des Kommunalen Liegenschaftsmanagements vor, zumindest einen Teil der Räumlichkeiten übergangsweise an wohnungssuchende Auszubildende zu vermieten. Diesem Vorschlag stimmte der Wohnungsbauausschuss der Gemeinde Sylt mehrheitlich zu. Das Votum der Politiker sorgte allerdings umgehend für einen Sturm der Entrüstung – zum Beispiel seitens des Seniorenbeirats oder auch in zahlreichen Leserbriefen an die Sylter Rundschau.

Deshalb steht das Thema jetzt auf der Agenda des Sozial- und Gesundheitsausschusses. In der dazugehörigen Berichtsvorlage weist Bürgermeister Nikolas Häckel darauf hin, der Wohnungsbauausschuss habe zwar mehrheitlich, aber nur aufgrund einer Tischvorlage und ohne verwaltungsinterne Abstimmung beschlossen, dass eine der beiden Wohngruppen-Räumlichkeiten mit elf Zimmern bis 31. Dezember 2021 an Ausbildende vermietet werden soll. Das gesamte Objekt Steinmannstraße 63 wäre jedoch gekauft worden, um die Angebote für Senioren in der Gemeinde zu sichern und fortzuentwickeln. Augenscheinlich gingen die zwei Senioren-WGs aber am tatsächlichen Wohnbedarf vorbei und würden als zu kostspielig empfunden, so Häckel. Eine, auch nur teilweise, Refinanzierung der Kosten über das Sozialzentrum sei aus konzeptionellen Gründen nicht möglich.

„Klassische“ Seniorenwohnungen in der Steinmannstraße erfreuten sich demgegenüber großer Beliebtheit, erklärt der Bürgermeister, diese Wohnform würde regelmäßig nachgefragt – ebenso würde das Angebot der Tagespflege zunehmend genutzt. Für an Demenz Erkrankte bestehe trotz großer Nachfrage derzeit allerdings noch kein Angebot auf Sylt, so Häckel weiter. Auch für den Bereich der Kurzzeitpflege stünden im Pflegeheim Wenningstedter Weg nur bedingt Kapazitäten zur Verfügung. Weitere Anforderungen, zum Beispiel mehr stationäre Pflegeplätze, oder auch die Bedarfe von betreuungsbedürftigen jüngeren Menschen würden seitens der Verwaltung derzeit ermittelt.

Aufgrund der nicht erfolgten verwaltungsinternen Abstimmung im Vorfeld der, so Häckel wörtlich, „überraschenden Beschlussfassung“ zur Vermietung von Räumen an Auszubildende hätten die insularen Bedarfe von Senioren noch nicht abschließend geklärt und konzeptionell kalkuliert werden können. Fest stehe jedoch, dass das Angebot zweier Wohngruppen zu den derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen am Bedarf vorbei gehe – deshalb müsse finanziell-konzeptionell nachgearbeitet werden.

Bevor jedoch Räumlichkeiten den Senioren der Insel entzogen würden, sollte ein bedarfsgerechtes und finanzierbares Angebot zu deren Gunsten entwickelt werden, erklärt der Bürgermeister abschließend. Dass diese Bevölkerungsgruppe in den kommenden Jahren auf Grund der Bevölkerungsentwicklung zunehmen würde, sei ja hinlänglich bekannt.

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