Konzert in Hörnum : Pianist Haiou Zhang: „Ich kenne fast jede Ecke auf Sylt“

Haiou Zhang präsentiert seine „Hommage à Chopin“ in Hörnum.
Haiou Zhang präsentiert seine „Hommage à Chopin“ in Hörnum.

Am 29. Mai spielt Pianist Haiou Zhang im Hotel Budersand. Im Interview spricht er über die Insel, sein Konzert und seine neue C.D

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22. Mai 2018, 06:15 Uhr

Trotz seines jungen Alters wird der chinesische Pianist Haiou Zhang von internationaler Fachkritik sowie vom Publikum in aller Welt enthusiastisch gefeiert. Die ausgiebige Konzerttätigkeit des 33-Jährigen veranlasst Haiou Zhang zu Konzerten in aller Welt, von Singapur bis New York. Am kommenden Dienstag, 29. Mai, spielt er seine „Hommage à Chopin“ im Hotel Budersand in Hörnum. Im Interview spricht er über seine Beziehung zu Sylt, die neue CD und seine persönlichen Highlights im Jahr 2018.

Herr Zhang, Sylt ist für Sie kein musikalisches Neuland. Man kennt Sie von Gastspielen, zum Beispiel in der Galerie Sprotte oder im Kaamp-Hüs …

Ja ganz genau, und dann war ich zwei Mal beim Sylt-Art-Festival. Ich glaube, insgesamt waren es bisher vier oder fünf Konzerte auf Sylt. Ich bin seit 2009 überhaupt sehr oft auf der Insel gewesen, bin sogar längere Zeit zwischen Hannover und Sylt gependelt, aber das hatte eher private Gründe. Ich kenne fast jede Ecke auf der Insel und habe viel hier unternommen. Dann kam die musikalische Zusammenarbeit mit Thomas Fey, dem Dirigenten der Heidelberger Sinfoniker, der damals künstlerischer Leiter des Sylt-Art-Festivals war. Wir haben übrigens auch CDs zusammen aufgenommen: die Mozart-Klavierkonzerte.

Jetzt kommen Sie also wieder - diesmal nach Hörnum, mit einer Hommage à Chopin. Was erwartet die Besucher des Klavierabends im Hotel Budersand?

Nun, nur im ersten Teil werden tatsächlich Werke von Chopin erklingen, allerdings sehr gewichtvoll. Die zweite Hälfte habe ich Franz Liszt gewidmet. Denn Liszt ist musikalisch mit Chopin verwandt und hat ihn zu seiner Pariser Zeit auch sehr unterstützt. Deshalb möchte ich die beiden Komponisten wieder zusammenbringen. Das ist immer eine große Herausforderung für einen Pianisten. Aber ich denke, das wird ein sehr schönes musikalisches Zusammentreffen sein.

Sie sagten einmal: „Mozart quält mich!“ Wie steht es mit Chopin?
[lacht] Also mit Chopin ist es, ehrlich gesagt, nicht viel weniger. Chopin, das ist auch immer sehr delikat, sich an ihn heranzuarbeiten. Es ist zwar immer sehr schön, aber ebenso herausfordernd, mit den kleinsten Details, mit Nuancen eine perfekte Balance zu finden. Das kostet viel Geduld, nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Aber nach dieser kleinen Quälerei diese großartige Musik für das Publikum auf die Bühne zu bringen, ist immer eine wahnsinnige Freude für uns Pianisten.

Wird es demnächst eine neue CD von Ihnen geben?
Ja, ich werde im November meine vierte CD aufnehmen. Da kommen wir auf Mozart zurück, denn es sind zwei seiner Klavierkonzerte. Ich spiele mit Solisten der NDR-Radiophilharmonie in einer Klavier-Sextett-Besetzung. Die ist überaus interessant, denn das gibt es nicht sehr oft zu hören. Es sind die Klavierkonzerte in A-Dur, KV 414, und in C-Dur, KV 415, die für solch eine Besetzung besonders geeignet sind. Nach meiner mehrfachen Konzerterfahrung habe ich entscheiden, dies nicht mit einem Orchester einzuspielen, sondern kammermusikalisch in einer viel intimeren Atmosphäre. Da wird sicher etwas ganz Spannendes, etwas ganz Anderes dabei herauskommen.

Welche Konzerte haben Sie noch für dieses Jahr geplant?
Im September werde ich mein Orchester-Debüt in Berlin geben. Eben genau mit diesen beiden Mozart-Konzerten, aber dann „klassisch“ mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin in der Philharmonie. Im November folgt mein erstes Gastspiel in der Hamburger Elbphilharmonie – und dann noch ein Tschaikowski-Klavierkonzert mit der Russischen Nationalphilharmonie unter Vladimir Spivakov. Das sind im Jahr 2018 meine absoluten Highlights.
 

Dienstag, 29. Mai, Beginn: 18 Uhr, Spieldauer ca. 70 Minuten plus 15 Minuten Pause. Der Eintritt beträgt 99 Euro pro Person, inkl. Konzert, Aperitif und anschließendem 3-Gänge Menü im Restaurant KAI3. Reservierungen unter Tel. 04651. 4607-401 oder per E-Mail unter t.gerhards@budersand.de

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