St. Jürgen Flensburg : St. Jürgen Flensburg: Schmuck-Figuren zum 111. Geburtstag

Form und Farbe: Tietze Schmuck (l.) und ihre Figuren.
Form und Farbe: Tietze Schmuck (l.) und ihre Figuren.

Die Feierlichkeiten beginnen am heutigen Freitag mit einer Vernissage. Die Skulpturen sollen wirkungsvoll den sakralen Raum ergänzen.

shz.de von
18. Mai 2018, 08:30 Uhr

Vor einigen Jahren wohnte Tietze Schmuck in der Jürgensgaarder Straße, und schon damals hatte die Kirche eine positive Ausstrahlung für sie: „Am Osthang zum Himmel wachsend, stark und leicht zugleich“, schreibt die Künstlerin, die jetzt ihre Figuren in der Kirche zeigt. Anlass ist der 111. Geburtstag der Kirche, der zehn Tage lang mit einer Reihe von Veranstaltungen gefeiert wird. Die erste ist heute um 18 Uhr die Ausstellungseröffnung.

„Zu Beginn meiner Selbstständigkeit gab mir die Kirche ein Gefühl von Sicherheit, Vertrauen und Zuhause“, sagt Tietze Schmuck. „Ich war damals ziemlich in Aufregung“, fügt sie hinzu. Die Bildhauerin hat in den zurückliegenden Jahren eine gewisse Bekanntheit in der Region erlangt. Das liegt an ihren unverwechselbaren Figuren, die nahezu alle hoch aufgeschossen und gleichzeitig von einer besonderen Ausdruckskraft und Farbigkeit sind. Figuren von Tietze Schmuck stehen im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Sonwik, aber auch in vielen Privathaushalten.

Und jetzt in St. Jürgen. Da passen sie hin, denn auch die Kirche hat eine nicht zu übersehende vertikale Ausdehnung, und sie lebt ebenfalls von Farben. Da ist der Mann in Grün mit einem Federkragen, da ist die Frau mit Kugeln im Haar und weiteren Kugeln, die ihren Kopf wie Satelliten zu umkreisen scheinen. Und da ist das turmförmige Haus, aus dem Haarbüschel wachsen; im Fenster des oberen Stockwerks schwimmt ein Fisch. „Es geht bei mir immer um zu Hause“, sagt die Künstlerin.

Ihre Verbindung zur St. Jürgen-Kirche ist nicht neu. Kunstliebhaber Manfred Schröder war auf sie aufmerksam geworden. Als Geld für die Sanierung der Kirche gesammelt wurde, stellte sie eine Skulptur für eine Auktion zur Verfügung. Vom Mindestgebot in Höhe von 450 Euro schoss der Verkaufspreis auf 3100 Euro durchs Kirchendach, wie sich Pastor Stefan Henrich erinnert. Er zeigt nach oben: „Das Geld ist jetzt da oben verbaut.“

Henrich hat schon eine Reihe von Ideen, wie er in seiner Andacht eine Verbindung von den weltlichen Figuren zu religiösen Themen herstellen kann. Das hat er bereits zu Ostern am Beispiel der langen Hand mit dem Ei und dem kleinen roten Herz geübt.

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