Vision in Flensburg : Pläne in Flensburg für Büchereien an der Harniskaispitze

Brache am Wasser: Für die Freifläche gibt es die Idee eines öffentlichen Gebäudes für zwei Bibliotheken und weitere Nutzungen.
Brache am Wasser: Für die Freifläche gibt es die Idee eines öffentlichen Gebäudes für zwei Bibliotheken und weitere Nutzungen.

Die Oberbürgermeisterin in Flensburg hat einen Traum. Sie wünscht sich eine Deutsche und eine dänische Bibliothek gemeinsam in einem Neubau am Hafen.

shz.de von
11. Mai 2018, 08:45 Uhr

Eigentlich ging es um die neue Leiterin der Stadtbibliothek. Doch plötzlich war man bei den beengten Verhältnissen am mittlerweile elf Jahre alten Standort in der Flensburg-Galerie und wie man diesem Problem begegnen könnte. Da entfaltete Oberbürgermeisterin Simone Lange ganz spontan eine Vision, die sie schon lange mit sich herumtrage: Stadtbibliothek und dänische Zentralbibliothek, die beide unter Raumnot leiden, gehen zusammen in einen Neubau an der Harniskaispitze.

„Die Menschen wollen, dass die Harniskaispitze ein öffentlicher Ort bleibt“, so Lange am Mittwoch in der Stadtbibliothek. Die gleiche Idee kursiert auch schon in Teilen der SPD-Fraktion; dort kann man sich weitere öffentliche Nutzungen in einem größeren Gebäude am Wasser vorstellen, darunter sicher auch gastronomische. In jedem Fall soll der heute vorhandene Küstenpfad erhalten bleiben.

Aber bisher sind es nur Visionen. Eine weitere Möglichkeit, der Stadtbücherei mehr Platz zu schaffen, wäre ein Auszug der Volkshochschule, für die man dann ein neues Domizil finden müsse. Auch hier gibt es jedoch keine konkreten Pläne.

Wie sieht eine kommunale Bibliothek in zehn Jahren aus? Welche Dienstleistungen bietet sie an? „Mit dieser Frage soll sich die neue Leitung der Stadtbücherei beschäftigen“, sagte Simone Lange bei der Vorstellung der neuen Leiterin Gudrun Kraemer.

Die bildet ab sofort mit Andreas Ruß, dem stellvertretenden Leiter, eine Art Doppelspitze. Ruß ist als studierter Bibliothekar für das Fachliche zuständig, Gudrun Kraemer soll ihm und dem Büchereiteam den Rücken frei halten, indem sie sich auf Verwaltungsaufgaben konzentriert. „Zwischen 75 und 85 Prozent“ der Aufgaben einer Büchereileitung seien Management-Aufgaben, sagte Wolfgang Sappert, Leiter des Fachbereichs Bildung. Er und Simone Lange gingen ausführlich auf die Kritik ein, die es aus Bibliothekskreisen an der Besetzung der Stelle mit einer fachfremden Kraft gegeben hatte. Auch gingen die beiden auf die Frage ein, warum es in den vergangenen Jahren so viele Wechsel an der Büchereispitze gegeben hat. „Es schmerzt, wenn die Leitung der Bücherei als Schleudersitz dargestellt wird“, gab Lange zu. Eine Erklärung für die vielen Wechsel hatten sie allerdings auch nicht.

„In der Kommunalverwaltung hat man den größten Handlungsspielraum“, sagte Gudrun Kraemer, die auch in Bundes- und Landesverwaltungen gearbeitet hat. Ihr komme es auf Gestaltung an. Erfahrungen als Doppelspitze habe sie in den vergangenen zehn Jahren im Gesundheitsamt sammeln können, doch nach einem Wechsel dort sei das nicht mehr in diesem Maße möglich gewesen; auch das sei ein Grund gewesen, sich um die Stelle in der Stadtbibliothek zu bewerben, wie sie auf nachfrage erläuterte.

Im letzten Jahr sei die Zahl der Ausleihungen leicht zurückgegangen, so Ruß. Das könne auch an den Bauarbeiten in der Galerie gelegen haben, ist aber offenbar auch ein bundesweit zu verzeichnender Trend.

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