Klueser Weg Flensburg : Klueser Weg Flensburg: Veto gegen Stadtwerke-Leitung

Immer wieder ist der Klueser Weg in den letzten Jahren aufgerissen worden – die Anwohner sehen das mit großer Sorge.
Immer wieder ist der Klueser Weg in den letzten Jahren aufgerissen worden – die Anwohner sehen das mit großer Sorge.

Die Anwohner am Klueser Weg sind sensibilisiert. Denn sie fühlen sich wie auf einem Pulverfass. Hartnäckig hatten sie seinerzeit gegen die Verlegung einer insgesamt zwölf Kilometer langen Erdgasleitung durch ihr Wohngebiet protestiert – und auch prozessiert.

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31. Mai 2018, 08:50 Uhr

Die Anwohner am Klueser Weg sind sensibilisiert. Denn sie fühlen sich wie auf einem Pulverfass. Hartnäckig hatten sie seinerzeit gegen die Verlegung einer insgesamt zwölf Kilometer langen Erdgasleitung durch ihr Wohngebiet protestiert – und auch prozessiert. Doch schließlich scheiterte die Klage der Bürger-Initiative vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig – die Leitung wurde vor vier Jahren verlegt.

Dazu musste das Erdreich drei Meter tief aufgerissen werden, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Leitungen für Fernwärme oder Abwasser zu gewährleisten.

Jetzt gab es erneut Anlass zur Sorge. Denn die Stadtwerke planten, den Neubau einer Halle der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) mit Wärme zu versorgen. Dazu beabsichtigte das Unternehmen – man ahnt es schon, – den Hausanschluss am Klueser Weg anzuzapfen. Und es lieferte eine ganz pragmatische Begründung für die Maßnahme: Für die Leitungstrasse habe man schlicht den kürzesten Weg, in diesem Fall zum Klueser Weg, gewählt. Nur 30 Meter Fernwärmeleitung müssten so neu verlegt werden.

Im Jahr 2013 hatte die FFG das Danfoss-Gelände übernommen. „Würden wir den Anschluss über die ehemalige Danfoss-Heizzentrale an der Mads-Clausen-Straße nutzen“, so Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen, „müssten wir eine 150 Meter lange Leitung bauen, also die fünffache Länge, um die neue Halle anschließen zu können.“

Die Bürgerinitiative witterte Ungemach wegen der bedrohlichen Nähe zur Druckgasleitung. Dieter Scheel („Unsere Straße steht fest zusammen“) legte eine Protestnote ein, drohte damit, an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch seine Bedenken konnten schließlich zerstreut werden. Scheel hat sich davon überzeugt, dass die Fernwärmerohre die Gasleitung nunmehr im gebührenden Abstand kreuzen. „Es liegen wohl gut 2,50 Meter dazwischen, das halten wir für ausreichend.“

Holdensen versicherte, man habe die Baufirma, die die neue Fernwärmeleitung verlegt hat, über die Gegebenheiten genauestens instruiert – bei den Bauarbeiten sei das entsprechend berücksichtigt worden. „Auch wenn es für uns selbstverständlich ist“, so Holdensen, „möchte ich noch einmal betonen, dass wir alle gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften sowie Sicherheitsabstände beim Bau strikt eingehalten haben.“

Dieter Scheel schaute gestern noch einmal genau nach. Die Baugrube wird jetzt verfüllt, der Abschnitt neu geteert. „Und mit dem Abstand können wir leben.“

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