Selbsthilfe Bauverein : Flensburger Selbsthilfe Bauverein weiter auf Wachstumskurs

Bilanzträger: Michael Ebsen und Jürgen Möller (Vorstand) mit Jan-Kai Jensen (Vorsitzender des Aufsichtsrates) vor dem gerade fertig gestellten Haus „Mürwiker Garten“ (v.l.).
Bilanzträger: Michael Ebsen und Jürgen Möller (Vorstand) mit Jan-Kai Jensen (Vorsitzender des Aufsichtsrates) vor dem gerade fertig gestellten Haus „Mürwiker Garten“ (v.l.).

Der Selbsthilfebauverein, kurz SBV, wird seinen Wohnungsbestand in den kommenden Jahren um rund zehn Prozent auf 7700 Wohnungen erhöhen.

shz.de von
16. Mai 2018, 08:40 Uhr

Der Selbsthilfebauverein, kurz SBV, wird seinen Wohnungsbestand in den kommenden Jahren um rund zehn Prozent auf 7700 Wohnungen erhöhen. Dafür will er – so die Planung – knapp 200 Millionen Euro investieren. Gleichzeitig hält er die Miete auf einem Durchschnittspreis von 5,23 Euro pro Quadratmeter stabil. Gestern hat die Vertreterversammlung des SBV die Jahresbilanz 2017 abgesegnet.

Das Ergebnis ist mit zwei Millionen Euro allerdings deutlich kleiner als in den Vorjahren. Das liege daran, erläuterte Vorstandsmitglied Michael Jebsen, dass man die günstigen finanziellen Rahmenbedingungen genutzt habe, um nicht nur besonders viel zu bauen, sondern gleichzeitig auch erheblich in den Bestand zu investieren – mit 54,36 Euro pro Quadratmeter fast doppelt so viel wie der Durchschnitt der Wohnungsbranche.

Die Zinsen sind nach wie vor extrem niedrig, zudem gibt es neuerdings vom Land nicht nur günstige Kredite, sondern auch Zuschüsse in Höhe von 250 Euro pro Quadratmeter. Das summiert sich beim SBV in den kommenden Jahren auf einen einstelligen Millionenbetrag.

Gerade fertig geworden und frisch bezogen ist der „Mürwiker Garten“ an der Ecke Wasserlooser Weg / Schottweg mit 74 Wohnungen plus Gewerbe und Kindergarten. Im Juli zieht noch ein Bäcker ein. Am Hesttoft wurden 21 Wohnungen fertig. Aktuelle Bauprojekte sind Travestraße 28 mit 94 Wohnungen, fertig im Sommer 2019, „Mølledam“ an der Bahnhofstraße, Rude 1-21, fertig im Sommer 2022, und – das größte von allen – der Wohnpark Tarup mit 286 Wohnungen, von denen 65 Prozent öffentlich gefördert sind.

Sozialwohnungen wird es im ersten Bauabschnitt an der Bahnhofstraße nicht geben. Der Grund: Das Bauvorhaben ist aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse und gleichzeitig hohem Standard mit Tiefgarage einfach zu teuer für günstige Sozialmieten. Der Bauherr braucht die volle Miete von rund 8,50 Euro pro Quadratmeter. Derzeit führe man Gespräche mit der Stadt über Städtebauförderungsmittel für die nächsten beiden Bauabschnitte an der Bahnhofstraße.

Ein Projekt der Zukunft ist die Bebauung des Karrees aus Heinrichstraße, Viktoriastraße, Angelburger Straße und Bahndamm. Hier werde man im Juli die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs sichten, so Ebsen. Ein großer Teil der vorhandenen Gebäude – vor allem an der Angelburger Straße – stehe jedoch unter Denkmalschutz, ergänzte Jürgen Möller.

Eine denkbare Idee sei, im historischen Gasthaus „Schwarzer Walfisch“ eine Art Stadtteiltreff nach dem Vorbild des 360-Grad-Hauses in Fruerlund zu errichten. Das sei der bestbesuchte Stadtteiltreff Flensburgs.

Sparsame Bürger aus Flensburg und anderen Orten haben mit ihrem Geld beim Bauen mitgeholfen: 89,7 Millionen hat der SBV über seine Spareinrichtung eingesammelt. „So viel hatten wir eigentlich erst nach 15 Jahren eingeplant“, so SBV-Vorstand Jürgen Möller. Jetzt hat man die Summe nach sieben Jahren erreicht – und möchte sie möglichst deckeln.

Eine Mitgliederbefragung habe ergeben, dass 95 Prozent der SBV-Mitglieder zufrieden mit ihrer Wohnungsbaugenossenschaft sind.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen