Selbsthilfe-Bauverein Flensburg : Flensburg: Das größte Neubauprojekt seit Jahren

Kellen von links und rechts: Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD, links) und Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU, 2. von rechts) mit SBV-Vorstand Michael Ebsen (2. von links) und SBV-Vorstandschef Jürgen Möller.
Kellen von links und rechts: Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD, links) und Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU, 2. von rechts) mit SBV-Vorstand Michael Ebsen (2. von links) und SBV-Vorstandschef Jürgen Möller.

SBV legt an der Hochfelder Landstraße den Grundstein für den Wohnpark Tarup – ein Gelände so groß wie 60 Fußballfelder

shz.de von
01. Juni 2018, 08:00 Uhr

Für Gründungen auf Betonpfählen könnte der Selbsthilfe-Bauverein sich noch zum Spezialisten entwickeln. Erst Anfang des Monats legte die agile Flensburger Wohnungsbau-Genossenschaft an der Bahnhofstraße den Grundstein für zunächst 38 Wohnungen, die auf langen Pfählen den Mühlenteichgrund sichern.

Im Südosten Tarups, wo zwischen Hochfelder Landstraße und der Bahnlinie nach Kiel gestern der Grundstein für das größte SBV-Neubauprojekt seit Jahrzehnten gelegt wurde, sollen bald ebenfalls Betonpfähle zur Stabilisierung des Untergrunds im Erdreich versenkt werden – im Vergleich zum Bahnhofsprojekt zwar mit je fünf Metern vergleichsweise kurze Stücke – davon aber gleich 2600, die man zu einer Strecke von 15 Kilometern verbinden könnte. „Das Gebiet scheint uns ideal, deshalb nehmen wir solche Herausforderungen an“, erklärte SBV-Chef Jürgen Möller gestern Mittag bei der Grundsteinlegung.

Der neue „Wohnpark Tarup“, von manchen Alt-Tarupern nördlich der Bahnlinie als Klein-Mettenhof beschimpft, ist für Flensburgs größte Genossenschaft ein Mammutprojekt: Mehr als 600 Menschen sollen hier in den kommenden vier Jahren in knapp 300 Wohnungen heimisch werden. „Die schiere Größe ist schon gewaltig“, fand Möller. Das Gelände umfasst 43 Hektar. Rechnerisch würden hier 60 Fußballfelder hineinpassen, verkündete er.

34 Gebäude sollen in Varianten des Modulhauses „Fünfzehn Quadrat“ drei bis viergeschossig locker auf dem Areal verteilt werden, ganz in der Nähe der Adelbybek. „Die Bewohner werden alle am Knick wohnen“, nannte Möller den künftigen Straßennamen.

Architekt Axel Waltje von Asmussen & Partner erinnerte daran, dass der Bebauungsplan vor gut zwei Jahren hier noch Einfamilienhäuser vorgesehen hatte: „Für über 600 Menschen, die hier leben werden, ist eine Planungszeit von zwei Jahren schon sensationell“, sagte er. Für Bauvorhaben der Zukunft warnte er angesichts von immer mehr Vorgaben von der Energie bis zum Brandschutz, von der Barrierefreiheit bis zu den Stellplatznachweisen: „Vor fünf Jahren hätten wir noch sechs Millionen Euro weniger gebraucht.“ So investiert die Genossenschaft mit eigener Spareinrichtung rund 46 Millionen Euro, davon werden 24,4 Millionen Wohnraumfördermittel fließen für die 198 Sozialwohnungen.

Oberbürgermeisterin Simone Lange wies darauf hin, dass Flensburg von ganz allein wachse, allein im vergangenen Jahr um 1200 auf heute 95 500 Einwohner. „Die Menschen wollen in die Stadt. Gerade ältere Menschen brauchen bezahlbare und barrierefreie Wohnungen.“ Lange, selbst seit 18 Jahren Taruperin, wies daraufhin, dass das Gebiet nicht nur mit dem Auto und bald mit dem Bus, sondern auch mit einem neuen Radweg perfekt an die Innenstadt angebunden sei.

Innenstaatssekretär Torsten Geerdts lobte die Stadt, die bis zum Jahr 2030 wohl noch 6500 zusätzliche Wohnungen brauche, und ihre größte Genossenschaft: „Der Bauverein plant unermüdlich.“ Er verwies auf die schönste Förde der Welt – und mutmaßte, nicht nur darüber werde man sich in Kiel ärgern. Auch mit Blick auf Handball und Sonntag erklärte er siegessicher: „Wir schaffen das.“

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