Arbeitsmarkt in Flensburg : Arbeitsmarkt in Flensburg: Jeder vierte Betrieb sucht Personal

In ruhigem Fahrwasser: Die Werft, ausgelastet bis 2021, zählt zu den Unternehmen mit positiven Umsatzerwartungen.
In ruhigem Fahrwasser: Die Werft, ausgelastet bis 2021, zählt zu den Unternehmen mit positiven Umsatzerwartungen.

Der Ausbildungsmarkt hat sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig verändert. Der Arbeitgeberverband sehe allein die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen kritisch.

shz.de von
28. Mai 2018, 08:50 Uhr

Fabian Geyer gab sich sehr entspannt: „Ich sehe keine Probleme, selbst die Werft ist mit guten Auftragszahlen in ruhigem Fahrwasser“, erklärte der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg – Schleswig – Eckernförde. In der Tat liegen die positiven Umsatzerwartungen mit 72 Prozent noch einmal sieben Prozentpunkte besser als im vergangenen Frühjahr. „Die Umsatzsteigerungen sind zwingend, um Lohnsteigerungen weitergeben zu können“, sagt Geyer. Die Umsatzerwartungen versprechen viel für dieses Jahr. Acht Prozent der Unternehmen erwarten gleichbleibende, 20 Prozent schrumpfende Umsätze.

Beim Export geht ein Viertel der ausführenden Betriebe von einem weiteren Plus in diesem Jahr aus. Diese Quote lag im vergangenen Jahr allerdings bei 40 Prozent. 69 Prozent sehen einen stabilen Export: „Einige haben wenig Nachfrage aus dem Ausland. Und wir wissen nicht, wie sich die angekündigten Strafzölle auswirken.“

Bei den Investitionen meldet die regionale Wirtschaft nach der Offensive der vergangenen Jahre ein geringeres Plus: 38 Prozent möchten mehr investieren, genauso viele aber auch weniger als zuletzt: „Auf dem hohen Niveau ist viel passiert in den Firmen, es ist viel erweitert und erneuert worden.“ Im Vorjahr hatten 52 Prozent angegeben, mehr investieren zu wollen, 48 Prozent aber auch weniger. Positiv gestimmt zeigte sich Fabian Geyer mit Blick auf die Investitionsziele. Mit 75 Prozent werde ganz überwiegend in die Erneuerung investiert, fast gar nicht mehr in Rationalisierung (4 Prozent). Das sei ein deutliches Indiz, dass der Mut zum Investieren noch da sei.

Erfreuliches berichtete er von den Belegschaften: 28 Prozent der Firmen wollen noch mehr einstellen (Vorjahr 20 Prozent). Einige planten sogar einen „ordentlichen Personalaufbau“. Dies bedeute einerseits zusätzliche Anstrengungen bei der Arbeitsagentur, aber auch Chancen für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt. Spürbaren Personalabbau habe er nirgendwo festgestellt.

Der Ausbildungsmarkt hat sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig verändert. Der Arbeitgeberverband sehe allein die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen kritisch. „Der Blick auf die duale Ausbildung ist nicht genügend ausgeprägt.“

Jenseits der Konjunktur treibt die Arbeitgeber das Datenschutzrecht um. Aktuell treten gesetzliche Neuregelungen in Kraft. Doch 48 Prozent der Unternehmen fühlten sich auf die europäische Datenschutzgrundverordnung und die veränderten Bestimmungen im nationalen Recht nicht ausreichend vorbereitet. Dieses Nebeneinander sei wohl etwas unübersichtlich, urteilt Geyer. Zum Teil liege es aber auch daran, dass unseriöse Berater Panik machten. Viele, gerade kleinere und mittlere Unternehmen hätten Fragen der Datensicherheit seit Jahren unterschätzt oder sogar ignoriert. „Im Grunde steckt dahinter nichts weiter, als dass die Daten persönliches Eigentum sind.“ Es gehe um Transparenz, außerdem so wenig Daten wie möglich zu sammeln und sie möglichst rasch wieder zu löschen.

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