#MeToo : US-Medien: Verhaftung von Harvey Weinstein steht bevor

Harvey Weinstein hat sich den Behörden in New York gestellt. /Invision/AP
Harvey Weinstein hat sich den Behörden in New York gestellt. /Invision/AP

Die Luft wird immer dünner für den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein: Nach mutmaßlichen sexuellen Übergriffen wurden erst die Ermittlungen gegen ihn in den USA auf Bundesebene ausgeweitet, am Freitag soll er nun Berichten zufolge verhaftet werden.

shz.de von
25. Mai 2018, 07:47 Uhr

Der US-Filmproduzent Harvey Weinstein (66) will sich nach übereinstimmenden US-Medienberichten wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe noch am Freitag den Behörden in New York stellen.

Die Staatsanwaltschaft in Manhattan werde Anklage erheben, hieß es. Seit Monaten laufen Ermittlungen gegen Weinstein nach Vorwürfen mehrerer Frauen wegen sexuellen Missbrauchs. Auch Behörden in London und Los Angeles ermitteln.

Auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Weinsteins Sprecher gab es zunächst keine Reaktion. Auch die New Yorker Staatsanwaltschaft wollte sich zunächst nicht äußern. «Es gibt keine Informationen, die ich derzeit mitteilen kann», sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Ermittlungen gegen Weinstein in den USA auf Bundesebene ausgeweitet worden waren. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, ob der 66-Jährige etwa Frauen dazu gebracht habe, über Staatsgrenzen hinweg zu reisen, um sie belästigen zu können. Laut «New York Times» wird auch untersucht, ob Weinstein gegen das Anti-Stalking-Gesetz verstoßen habe, etwa um Opfer einzuschüchtern.

Der einst einflussreiche Filmproduzent hat Fehlverhalten eingeräumt, bisher aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurückgewiesen. Die von ihm gegründete Filmfirma hatte Weinstein nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Oktober 2017 entlassen, seine Frau hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen.

Seit Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen Weinstein wirbeln immer mehr Vorwürfe gegen prominente Filmschaffende die Unterhaltungsbranche auf. Eine unter den Schlagworten #MeToo und #TimesUp bekannt gewordene Bewegung entstand, die sich in weitere Branchen und Länder ausbreitete. Nach Weinstein wurden in den USA unter anderem auch Regisseur James Toback, «House of Cards»-Star Kevin Spacey, Oscar-Preisträger Dustin Hoffman und «Rush Hour»-Regisseur Brett Ratner mit Vorwürfen sexueller Belästigung und Machtmissbrauch konfrontiert.

Am Donnerstag waren auch Vorwürfe gegen Oscar-Preisträger Morgan Freeman bekannt geworden. «Jeder der mich kennt oder mit mir gearbeitet hat, weiß, dass ich nicht jemand bin, der absichtlich verletzen oder wissentlich jemandem ein unbehagliches Gefühl vermitteln würde», schrieb Freeman als Reaktion in einer Stellungnahme, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorlag. «Ich entschuldige mich bei jedem, der sich unwohl oder nicht respektiert fühlte - das war nie meine Absicht.»

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