Pilottest des VW-Konzerns : Tech-Trend in der Verkehrsforschung: Flughafenparkhaus in Hamburg testet autonomes Parken

Ein E-Porsche Panamera im Test im Airport-Parkhaus 4. Ein Bote beliefert den Wagen mit einem Paket, während dieser an einer Ladestation steht.

Ein E-Porsche Panamera im Test im Airport-Parkhaus 4. Ein Bote beliefert den Wagen mit einem Paket, während dieser an einer Ladestation steht.

Wie von Geisterhand in die Parklücke: Bald sollen Kunden ihre Autos an der Schranke abgeben können. Noch sind es nur Tests in einem abgeschirmten Bereich, doch VW-Digitalchef Johann Jungwirth versprach: „Anfang des kommenden Jahrzehnts soll die Funktion für erste Kunden in ausgewählten Parkhäusern zur Verfügung stehen.“

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16. April 2018, 07:58 Uhr

Hamburg | So parken wir also demnächst ein: ohne Sucherei, ohne Zeitverlust – und ohne Kratzer. Das jedenfalls erhoffen sich der VW-Konzern und der Flughafen Hamburg von einem Pilottest, den sie jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt haben.

Im Airport-Parkhaus 4 erprobt VW das autonome Parken von Fahrzeugen ohne Fahrer. Noch sind es nur Tests in einem abgeschirmten Bereich, doch VW-Digitalchef Johann Jungwirth versprach: „Anfang des kommenden Jahrzehnts soll die Funktion für erste Kunden in ausgewählten Parkhäusern zur Verfügung stehen.“

Bei der Demonstration läuft die Technik wie am Schnürchen. Vor der Schranke verlässt der Fahrer seinen E-Porsche Panamera, gibt per Smartphone-App den Marschbefehl. Der Computer übernimmt, steuert mit dem leeren Wagen wie von Geisterhand einen freien Stellplatz an, stoppt, schlägt die Vorderräder ein und schiebt sich rückwärts in die Lücke.

Während der Standzeit wird der Akku geladen

Exakt mittig kommt der Prototyp zum Stehen. Automatisch öffnet sich sodann die Klappe des Stromanschlusses am Wagen, ein Roboterarm fährt ein Ladekabel heran – auch das Auftanken des Akkus während der Standzeit läuft automatisch.

Bundesweit erstmalig erprobt VW die Technologie in einem Flughafenparkhaus. Eingesetzt werden in Fuhlsbüttel handelsübliche Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche, allerdings mit reichlich Sensor-, Ultraschall-, Kamera- und Computerausstattung. In dem Testszenario buchen Nutzer den Parkplatz vorab per App, geben ihr Auto vor dem Parkhaus ab. Während sie sich auf den Weg zum Flieger machen, rollt ihr Wagen zur reservierten Parklücke.

Eine aktive Umfelderkennung lasse das autonome Auto stoppen, sollte ein Hindernis auftauchen, versichert VW. Der Wagen orientiert sich an Bildmarkern, die an Säulen und Decken des Parkhauses angebracht sind. Kehrt der Passagier von seinem Flug zurück, beordert er das selbstfahrende Vehikel vorab per Smartphone zur Ausfahrt. Und wer es noch bequemer mag, der kann sich in sein geparktes Fahrzeug online bestellte Pakete und gebügelte Hemden liefern lassen.

In den Parkhäusern der Zukunft stehen die Autos dicht an dicht

„Die An- und Abreise wird entspannter, das ist ein echter Mehrwert für Passagiere“, lobte Flughafen-Geschäftsführer Michael Eggenschwiler. Auch brauchten autonom abgestellte Wagen weniger Platz. Da niemand ein- und aussteigen muss, stehen die Autos dicht an dicht. Eggenschwiler: „Die Parkhäuser der Zukunft werden sicher anders gebaut.“

Unter den Beobachtern staunte auch Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). Hamburg verstehe sich als „Modellstadt und Labor“ moderner Mobilität. Die Hansestadt hat mit VW und anderen Automobilherstellern strategische Partnerschaft für innovative Fahrzeuglösungen abgeschlossen. Die Stadt ist 2021 Gastgeberin der Weltverkehrskonferenz ITS

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