Neue Ratsversammlung : Neue Ratsversammlung in Rendsburg - die CDU erobert die SPD-Hochburg

Die Auszählung im Rendsburger Wahlbezirk 6 (Helene-Lange-Gymnasium) beginnt: Die Wahlhelferinnen Antje Tönsfeldt (links) und Tanja Marschal leeren die Urne mit den abgegebenen Stimmzetteln.
Die Auszählung im Rendsburger Wahlbezirk 6 (Helene-Lange-Gymnasium) beginnt: Die Wahlhelferinnen Antje Tönsfeldt (links) und Tanja Marschal leeren die Urne mit den abgegebenen Stimmzetteln.

Beide Parteien sind in Rendsburg jetzt auf Koalitionspartner angewiesen. Die Grünen legen bei der Wahl stark zu.

shz.de von
07. Mai 2018, 09:30 Uhr

Rendsburg | Als Pierre Gilgenast um kurz vor 19 Uhr das Foyer des Rathauses betrat, bahnte sich der Wechsel an der Spitze bereits an. Die CDU lag wenige Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten und löste diese nicht nur bei der Wahl zum Kreistag, sondern auch auf Gemeindeebene als stärkste Kraft ab. Rendsburg ist keine SPD-Hochburg mehr.

Thomas Krabbes, Fraktionschef der Christdemokraten, reagierte mit gebremster Begeisterung. Die Wähler des ausgeschiedenen „Sozialen Rendsburg“ seien zu den Grünen und den Linken abgewandert, analysierte der Anführer des konservativen Lagers. „Das würde heißen, dass wir als stärkste Fraktion nach wie vor zwei Partner brauchen. Aber wir gehen das an. Energisch und geplant strukturiert.“ Zudem hat die CDU nun das Recht, den neuen Stadtpräsidenten vorzuschlagen. Die parteiinterne Entscheidung steht noch aus, alles läuft jedoch auf Jochen von Allwörden hinaus. Krabbes: „Er ist mein Favorit.“

Gut drei Prozentpunkte lagen am Ende zwischen den größten Ratsfraktionen (31,3 Prozent/CDU zu 28,2 Prozent/SPD). Die Sozialdemokraten erlitten erdrutschartige Verluste im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren: minus 9,37 Prozent. „Das ist auch auf den Bundes- und Landestrend zurückzuführen“, meinte Fraktionsführer René Sartorius. „Wir haben vor Ort einen guten Wahlkampf gemacht.“ Man werde versuchen, in der Sache weiter hart zu arbeiten und Bündnispartner zu bekommen.“

Ein besonders begehrter Verbündeter dürften die Grünen sein. Sie legten gegenüber 2013 fast fünf Prozentpunkte zu und verfügen dank 15,7 Prozent künftig über fünf statt drei Mandate in Stadtparlament. CDU und SPD beanspruchen jeweils neun Sitze im Ratssaal. „Wir wollen mutig die Zukunft anpacken, auch frech sein und neu denken“, kündigte Grünen-Spitzenkandidatin Helma Böhmer an.

Zufrieden war auch Fritjof Wilken – zumindest mit dem Ergebnis für seine Partei (8,8 Prozent, drei Mandate). Der Flaggenwechsel vom „Modernen Rendsburg“ zu den Liberalen gelang nahtlos. „Es ist uns gelungen, den Ortsverband der FDP wiederzubeleben. Mit der Wahlbeteiligung bin ich jedoch höchst unzufrieden.“ Sie lag mit 32,4 Prozent knapp unter dem Wert von vor fünf Jahren – trotz Bilderbuchwetters, das keinen Grund bot, nicht vor die Tür zu gehen. Über drei Ratsmandate verfügt weiter der SSW (8,5 Prozent), dahinter erlangen die Linken (7,4 Prozent) mit zwei Mandaten wieder Fraktionsstatus.

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