Hindenburg-Areal in Neumünster : Messehotel statt Kaserne? Was passiert mit dem Hindenburg-Areal in Neumünster

Die ehemalige Hindenburg-Kaserne aus der Luft: 10,5 Hektar stehen hier zur Verfügung. Am linken Rand ist die Feuer- und Rettungswache, am rechten Rand die Carlstraße zu sehen.
Die ehemalige Hindenburg-Kaserne aus der Luft: 10,5 Hektar stehen hier zur Verfügung. Am linken Rand ist die Feuer- und Rettungswache, am rechten Rand die Carlstraße zu sehen.

Ein Bodengutachten zur Hindenburg-Kaserne zeigt starke Belastungen. Nun will die Stadt eine Hotelmarkt-Studie erstellen lassen.

shz.de von
09. Mai 2018, 06:00 Uhr

Die künftige Nutzung des östlichen Teils der ehemaligen Hindenburg-Kaserne ist wieder offen. Das deutet Ute Spieler, Fachdienstleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung, an. Ihr liegt nun das lange erwartete Bodengutachten vor. Demnach gibt es eine erhebliche Belastung mit Milzbrandsporen auf dem gesamten Gelände. Zudem seien partiell sehr hohe Werte an Arsen und krebserregenden Kohlenwasserstoffen gemessen worden. „Wenn dort gebuddelt wird, gelten erhöhte Anforderungen an die Arbeitssicherheit“, stellt Ute Spieler fest.

Die Ratsversammlung hatte im Februar Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras beauftragt, eine sogenannte Erstzugriffsoption für das 10,5 Hektar große Gelände gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu erklären. Damit kann die Stadt das Areal innerhalb einer Frist ohne Bieterverfahren zum gutachterlich ermittelten Verkehrswert kaufen – allerdings eigentlich unter der Voraussetzung, dass der Erwerb „unmittelbar der Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe dient“. Noch vor einigen Wochen hatte der OB erklärt, dort neue Wohnungen bauen zu wollen. Nun gibt es offenbar neue Ideen.

Die Stadt hat einen externen Sachverständigen für eine Hotelmarkt-Studie in Neumünster beauftragt und könnte sich auch ein Messehotel zwischen Färber- und Carlstraße vorstellen. „Wir haben verschiedene Anfragen von potenziellen Investoren aus dieser Branche“, sagt Ute Spieler. Die bis zum Sommer erwarteten Ergebnisse der Studie, die sich auf das gesamte Stadtgebiet beziehen, sollen auch in das zu erarbeitende Planungskonzept für die Hindenburg-Kaserne einfließen. Das Konzept soll dann durch die politischen Gremien gehen und im Herbst der Bima vorgelegt werden.

Wie auch immer dann entschieden wird: Laut Ute Spieler ist nicht zu erwarten, dass schon bald dort irgendwelche Häuser entstehen. Zunächst müssten Sanierungsgutachten und Flächennutzungspläne erstellt werden, dann folgten Erschließungsarbeiten. „Das zieht sich voraussichtlich noch mehrere Jahre hin.“

Eines steht aber schon fest: Die beiden von der Stadt angemieteten Kasernenblöcke für ein Willkommenszentrum für Flüchtlinge gehen am 1. Juli zurück an die Bima. Dann ist der Mietvertrag gekündigt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen