Es ist noch nicht vorbei : Weiterhin Starkregen und Gewitter

<p>Die Nachtaufnahme zeigt einen gigantischen Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe hinter Windrädern an der Grenze der Region Hannover und dem Landkreis Hildesheim. </p>

Die Nachtaufnahme zeigt einen gigantischen Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe hinter Windrädern an der Grenze der Region Hannover und dem Landkreis Hildesheim.

Erneut halten Gewitter die Feuerwehren auf Trab. Aber die Meteorologen machen Hoffnungen für das Wochenende.

shz.de von
01. Juni 2018, 10:15 Uhr

Hamburg | Das Wetter in Teilen Deutschlands kommt nicht zur Ruhe. Nach den schweren Unwettern der vergangenen Tage erwarten die Meteorologen auch am Freitag im Westen und Norden des Landes teils kräftige Gewitter. Eine neue Unwetterfront werde sich voraussichtlich ab dem Morgen aus Richtung Rheinland-Pfalz kommend durch Nordrhein-Westfalen arbeiten, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Es könne auch im Süden gewittern.

Der Deutsche Wetterdienst in Essen veröffentlichte am Freitagmorgen eine entsprechende Warnung. In den frühen Morgenstunden ziehe das Gewitter von Aachen bis Düsseldorf und komme dann Richtung Norden zum Ruhrgebiet. Betroffen sei auch das Münsterland. Dabei könne es zu Starkregen mit bis zu 35 Litern pro Stunde und Quadratmeter kommen. „Das wird nicht so viel Regen wie in den vergangenen Tagen sein, es kann aber trotzdem die Kanalisation von Großstädten überlasten“, erklärte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst.

Am Donnerstag hatte es vor allem das Münsterland erwischt, wo schwere Unwetter Keller und Straßen unter Wasser setzten. Im Kreis Borken war die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers am Nachmittag im Dauereinsatz. Dort gingen rund 90 Meldungen ein. In Gronau und Ahaus mussten mehrere Straßen vorübergehend gesperrt werden, weil sie überschwemmt waren. Zahlreiche Keller liefen voll, darunter auch der eines Gronauer Krankenhauses. In Schöppingen seien durch die großen Wassermassen Gullydeckel hochgedrückt worden. In der Nacht zum Freitag beruhigte sich die Lage wieder, wie ein Sprecher der Kreispolizei Borken sagte. Verletzte gab es demnach nicht. 

Auch im Kreis Steinfurt musste die Feuerwehr dutzende Keller leer pumpen. Im Großraum Steinfurt und Gronau seien in kurzer Zeit teilweise bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, sagte der DWD-Sprecher. Im Sauer- und Siegerland gab es stellenweise Regenmengen von 40 Litern.

Die schwül-warme Luft bleibt nach Angaben des DWD auch am Freitag bestehen, die Temperaturen erreichen aber nur noch 23 bis 26 Grad. Am Wochenende soll sich die Lage dann entspannen. Am Samstag soll es nur noch vereinzelt Gewitter geben. Für Sonntag stellen die Meteorologen freundlicheres Sonnenwetter in Aussicht.

Auch in anderen Teilen Deutschlands haben in der Nacht erneut Unwetter gewütet. Im Saarland und Rheinland-Pfalz setzte ein heftiges Gewitter Straßen und Keller unter Wasser. „Die Lage ist dramatisch“, sagte eine Polizeisprecherin in Saarbrücken. Vor allem die Ortschaften St. Ingbert, Blieskastel, Kleinblittersdorf sowie ein Ortsteil von Saarbrücken seien überflutet. „Wir haben wegschwimmende Autos und unterspülte Straßen.“

Auch in Baden-Württemberg gab es schwere Unwetter. Besonders betroffen war der Norden des Bundeslandes. Im Raum Mannheim, in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis kam es zu überfluteten Kellern und Straßen. Vereinzelt stürzten Bäume um. Auch rund um Karlsruhe flutete Regenwasser Keller und Straßen. Einen Schaden im sechsstelligen Bereich verursachte ein Blitzeinschlag in das Dach eines Einfamilienhauses in Sternenfels.

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