Kratzer im Parkett und abgeplatzte Fliesen : Mieter oder Vermieter: Wer für die Reparaturen in der Wohnung aufkommen muss

<p>Der Hund läuft über das Parkett und zerkratzt die Oberfläche oder die Steckdose, die bis gestern noch funktionierte, liefert plötzlich keinen Strom mehr: Spätestens beim Auszug müssen diese Schäden behoben werden. Doch darf der Vermieter den Mieter an den Kosten für die Reparatur beteiligen? </p>

Der Hund läuft über das Parkett und zerkratzt die Oberfläche oder die Steckdose, die bis gestern noch funktionierte, liefert plötzlich keinen Strom mehr: Spätestens beim Auszug müssen diese Schäden behoben werden. Doch darf der Vermieter den Mieter an den Kosten für die Reparatur beteiligen?

Es kann schnell gehen: der Kochtopf rutscht aus der Hand und die Küchenfliese darunter zerspringt in tausend Teile. Doch wer muss die anfallende Reparatur zahlen? Wissenswertes für Mieter.

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28. Mai 2018, 10:35 Uhr

Was muss der Mieter zahlen?

In einer Mietwohnung kann es schnell passieren, dass - egal ob in der Küche oder im Schlafzimmer - mal etwas in die Brüche geht. Und in der Regel muss der Mieter für die Reparaturkosten aufkommen, wenn er den Schaden selbst zu verantworten hat, erklären Arag-Experten. Schlägt man beim Möbelrücken aus Versehen mit dem Sessel ein Loch in die Tapete, muss dieses vom Mieter selbst verputzt, gestrichen und ausgebessert werden. Außerdem kann der Vermieter den Mieter im Mietvertrag zu angemessenen Schönheitsreparaturen verpflichten. Dann muss der Mieter im vereinbarten Rahmen wiederherstellen, was er in der Mietwohnung abgenutzt hat. So kann hier unter anderem festgehalten werden, dass die Wohnung beim Auszug frisch gestrichen übergeben werden muss.

Diese Reparaturen muss der Vermieter zahlen

Reparaturen, die in der Mietwohnung trotz eines normalen Gebrauchs oder durch altersbedingten Verschleiß anfallen, muss der Vermieter zahlen. Das sind oft Instandhaltungsmaßnahmen, die mit der Bausubstanz der Wohnung zu tun haben. Also zum Beispiel bei:

  • Rissen in der Zimmerdecke
     
  • kleineren Kratzern im Parkett etwa durch einen Hund
     
  • einer Badewanne, in der die Beschichtung abplatzt
     
  • einer Heizung, die plötzlich ausfällt
     
  • einem Wasserrohrbruch
     
  • Rollläden, die nicht mehr funktionieren
     
  • defekten Steckdosen

Die Instandhaltungspflicht des Vermieters bedeutet aber nicht, dass er für alle Kosten aufkommen muss. Im Rahmen einer so genannten Kleinreparaturklausel im Mietvertrag kann er sie auf seine Mieter bis zu einer gewissen Höhe übertragen.  

Wie lässt sich die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag erkennen?

Die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag wirft bei Mietern viele Fragen auf. Hier ein Beispiel für eine wirksame Kleinreparaturklausel: „Der Mieter trägt die Kosten für Kleinreparaturen. Als Kleinreparaturen sind nur solche Reparaturen anzusehen, die an den dem häufigen und unmittelbaren Zugriff des Mieters ausgesetzten, sich in der Wohnung befindlichen Installationsgegenständen für Elektrizität, Wasser und Gas, den Heiz- und Kocheinrichtungen, den Fenster- und Türverschlüssen sowie den Verschlussvorrichtungen von Fensterläden vorgenommen werden und deren Kosten EUR 100,00 zzgl. Mehrwertsteuer pro Einzelreparatur nicht übersteigen. Fallen im Laufe eines Mietjahres mehrere Kleinreparaturen an, ist die Kostentragungspflicht des Mieters auf 8 % der Jahres-Netto-Kaltmiete begrenzt.“

Kleinreparaturklausel prüfen!

ARAG Experten empfehlen die Klausel zu Kleinreparaturen genau zu prüfen, denn solche Klauseln sind keinesfalls immer wirksam. Kleinreparaturklauseln im Mietvertrag sind nur wirksam, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

• Bei dem Schaden, der behoben werden soll, handelt es sich um einen Bagatellschaden, also Kleinigkeiten.

• Die Reparatur muss Gegenstände betreffen, die häufig benutzt werden. Einige Beispiele: tropfender Wasserhahn, Schäden am Duschkopf, Fenster- und Türverschlüsse, Rollläden, Jalousien, Lichtschalter, Steckdosen.

• Die Obergrenze für alle Kleinreparaturen innerhalb eines Jahres ist schriftlich im Vertrag festgehalten.

Ist die Kleinreparaturklausel unwirksam, trägt der Vermieter alle Kosten. Auch wenn die Kosten für die einzelne Reparatur über der vereinbarten Grenze liegen, muss der Vermieter für die Rechnung alleine aufkommen – und nicht etwa nur den Betrag über der vereinbarten Grenze zahlen. Fehlt in einem Mietvertrag eine solche Klausel ganz, ist der Mieter nicht zur Zahlung von Kleinreparaturen verpflichtet, die durch täglichen Verschleiß nötig werden.

Wer muss den Handwerker beauftragen?

Wenn die Kleinreparaturklausel wirksam ist, kann es sein, dass Mieter zahlen müssen. Die Beauftragung eines entsprechenden Handwerkers muss allerdings immer der Vermieter übernehmen. Er übernimmt zunächst die Kosten und trägt auch das Reparaturrisiko.

(Mit Material von ARAG Versicherungen und dpa)

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