Die Kriminalität sinkt : An der Förde lebt es sich jetzt sicherer

Rückläufig sind die Zahlen  beim Einbruchsdiebstahl – bei der Jahgd nach den Tätern setzt die Kieler Polizei sogar Hubschrauber mit Nachtsichtgeräten ein.
Rückläufig sind die Zahlen beim Einbruchsdiebstahl – bei der Jahgd nach den Tätern setzt die Kieler Polizei sogar Hubschrauber mit Nachtsichtgeräten ein.

Die Zahl der Straftaten fällt in Kiel auf ein Zehn-Jahres-Tief. Insbesondere beim Einbruchsdiebstahl und beim Fahrradklau bringen neue Ermittlungsansätze spürbare Erfolge. Kiel ist mittlerweile sicherer als die Städte Neumünster, Flensburg und Lübeck.

shz.de von
23. Mai 2018, 10:45 Uhr

Weniger Diebstähle, weniger Einbrüche, weniger Schlägereien, Körperverletzungen und Raubüberfälle: Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken, nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sogar auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Mittlerweile gilt die größte Stadt Schleswig-Holsteins (über 250 000 Einwohner) auch als die sicherste – jedenfalls im Vergleich mit den anderen drei kreisfreien Städten Lübeck, Neumünster und Flensburg.

Thomas Bauchrowitz, der Chef der Polizeidirektion in Kiel, nennt gleich ein paar Gründe für den Rückgang der Kriminalität an der Förde. So verweist er bei den Einbrüchen – die in den Vorjahren für helle Aufregung gesorgt hatten – auf erhöhte Streifentätigkeit, auf verdeckte Maßnahmen im Milieu und auf den Einsatz von Hubschraubern, die mit Infrarotkameras selbst in der Nacht flüchtige Ganoven ausfindig machen konnten. Im Ergebnis ist die Zahl der Wohnungseinbrüche von 625 auf 572 gesunken (was einem Minus von 8,5 Prozent entspricht).

Noch eklatanter fällt der Rückgang bei Fahrraddiebstählen aus: von über 3300 (2016) auf gut 2100 im Jahre 2017 (minus 35 Prozent). Bauchrowitz lobt die Arbeit der eigens gegründeten Ermittlungsgruppe Speiche: „Die Kollegen konnten mehrere Tatverdächtige ermitteln und auch internationale Verschiebungen aufklären.“

Beim Raub sank die Zahl der Taten binnen Jahresfrist von 292 auf 284, bei den Körperverletzungen von 2550 auf 2350. Das alles führt dazu, dass Kiel mit umgerechnet „nur“ 9670 Straftaten pro 100 000 Einwohner den niedrigsten Wert aller vier kreisfreien Städte im Norden besitzt. Wobei es im Trend der gesunkenen Kriminalität auch gegenläufige Entwicklungen gibt. Beispiel Drogenkriminalität. Die PKS weist einen Anstieg von 872 auf 964 aus. Im vergangenen Jahr wurden zudem 13 Drogentote gezählt – im Vorjahr waren es sieben.

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