Verkehr in SH : Kanaltunnel Rendsburg: Höhenkontrolle „light“ kommt

Der Rendsburger Kanaltunnel ist neben der Rader Hochbrücke die verkehrliche Schlagader einer ganzen Region. Im mittleren Tunnelstück beträgt der Abstand zwischen der Fahrbahn und den Apparaturen an der Decke zum Teil weniger als 4,30 Meter.
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Der Rendsburger Kanaltunnel ist neben der Rader Hochbrücke die verkehrliche Schlagader einer ganzen Region. Im mittleren Tunnelstück beträgt der Abstand zwischen der Fahrbahn und den Apparaturen an der Decke zum Teil weniger als 4,30 Meter.

Die Kanalverwaltung installiert eine Frühwarnung, damit Laster nicht in der Sackgasse landen. Start ist im Dezember. Es ist ein einjähriger Probebetrieb geplant.

shz.de von
24. Mai 2018, 09:39 Uhr

Rendsburg | Der Kanaltunnel bekommt ein Frühwarnsystem für zu hohe Laster. Es soll die bestehende Höhenkontrolle ergänzen und die Zahl der Staus reduzieren. Bislang werden überhohe Fahrzeuge erst kurz vor der Querung gestoppt. Dadurch blockieren sie in ihrer Fahrtrichtung häufig den Verkehr.

Die neue Anlage soll Höhensünder weit im Voraus erkennen und deren Fahrer per Blinklicht und LED-Warntafeln (auch auf Englisch) dazu auffordern, vor dem Tunnel abzubiegen, um danach weiträumig über die Rader Hochbrücke (A 7) auszuweichen.

Vertreter der mit dem Tunnel befassten Behörden gaben gestern Einzelheiten zu der geplanten Änderung bekannt. Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer hatte auf das Frühwarnsystem gedrängt. Nach seinen Angaben wird angepeilt, die Vorhöhenkontrolle Anfang Dezember in Betrieb gehen zu lassen. Die Kosten von voraussichtlich 250 000 Euro übernimmt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. „Wir wollen damit versuchen, die Störungen vor dem Kanaltunnel zu reduzieren“, sagte der Landrat. Man erhoffe sich von der vorgelagerten Anlage deutlich weniger Auslösungen der Höhenkontrolle am Tunnel, wo Fahrzeuge wie in einer Sackgasse stehen, wenn sie die gesetzliche Maximalhöhe von vier Metern überschreiten. Die elektronische Kontrolle schlägt bei 4,20 Metern an. Schwemer: „Durch die Vorkontrolle haben Verkehrsteilnehmer die Möglichkeit, die nächste Ausfahrt zu nehmen.“ Man betrete mit der Vorhöhenkontrolle Neuland, führte der Landrat weiter aus. Für eine solche Anlage gibt es nach seiner Kenntnis in Schleswig-Holstein und Hamburg „kein amtliches Vorbild“. Planung und Bau der Höhenkontrolle „light“ werden öffentlich ausgeschrieben und vergeben. „Schnellstmöglich“, versprach Sönke Meesenburg, Leiter des Fachbereichs Investitionen NOK beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Er nannte den Spätherbst diesen Jahres als frühesten Starttermin.

Nach derzeitigem Planungsstand ist ein einjähriger Probebetrieb ausschließlich an zwei Standorten südlich des Kanals vorgesehen: an der B 77, aus Jevenstedt kommend, in Höhe der Brücke Bramkamp und an der B 202, aus Kiel kommend, in Höhe der Überführung neben dem Aspelweg-Kreisel.

In den ersten 20 Wochen des Jahres wurde die Höhenkontrolle auf beiden Seiten des Tunnels 72 Mal ausgelöst, im Schnitt 3,6 Mal pro Woche. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 244 Vollsperrungen, 4,7 wöchentlich, davon mehr als die Hälfte südlich des Kanals. Jede Blockade bringt den Verkehr für 20 bis 30 Minuten zum Erliegen, in Einzelfällen auch deutlich länger. Ein gestoppter Lastwagen muss von Polizisten vor Ort vermessen werden. Häufig ist die Weiterfahrt durch den Tunnel unter Auflagen möglich. Moderne Laster lassen sich hydraulisch um die entscheidenden Zentimeter absenken.

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