Museen in Rendsburg : Ein „geheimer Garten“ mit Schaukelstuhl neue Ausstellung in Rendsburg

Bilder vom Wuchern und Wachsen: Die Kieler Künstlerin Kerstin Mempel mit Schaukelstuhl und Skizzenbuch in ihrem „geheimen Garten“.
Bilder vom Wuchern und Wachsen: Die Kieler Künstlerin Kerstin Mempel mit Schaukelstuhl und Skizzenbuch in ihrem „geheimen Garten“.

„The secret garden. Vom Wuchern und Wachsen“ – das ist der Titel einer Sonderausstellung mit Werken von Kerstin Mempel, die in den Museen im Kulturzentrum in Rendsburg eröffnet wird.

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07. Mai 2018, 10:20 Uhr

Rendsburg | „The secret garden. Vom Wuchern und Wachsen“ – das ist der Titel einer Sonderausstellung mit Werken von Kerstin Mempel, die in den Museen im Kulturzentrum in Rendsburg eröffnet wird. „Der geheime Garten“ bleibt dem Besucher aber zunächst verborgen. Denn beim Betreten des geteilten Ausstellungsraums sind Landschaften, Häuser und Strand zu sehen. Gemalt hat Kerstin Hempel diese Motive auf ihren vielen Reisen auf die Kanarischen Inseln, nach Menorca oder auf die Lofoten.

„Ich male gerne draußen“, betont die 1967 geborene Künstlerin, die in Kiel wohnt und dort an der Muthesiusschule „Freie Kunst“ studiert hat. Sie bevorzugt Aquarellfarben, aber auch „Cappuccino aus der Tasse“ wird zum Malen auf Leinwand oder Büttenpapier benutzt. Ihre Aquarelle und Zeichnungen reichert Kerstin Mempel durch eher unkonventionelle Komponenten wie Sand, Meerwasser und Pflanzenreste an.

Erst durch eine Tür kommt der Besucher in den zweiten Ausstellungsraum – in den „secret garden“. Hier blüht und wuchert es, bunte Papageien und fliegende Fische auf Büttenpapier sind zu sehen, die Motive gehen ins Fantastische. „Kerstin Hempel belässt es nicht bei der reinen dokumentarischen Aufnahme des Geschehens, sondern fügt ihre eigene Interpretation als Teil des scheinbar Erlebten hinzu“, sagt Museumsleiter Dr. Martin Westphal. „So kann man nie sicher sein, inwieweit das von ihr Gezeichnete dem fotografischen Abbild entspricht.“

Um dem Betrachter Gelegenheit zu geben, in Ruhe in das „Wuchern und Wachsen“ einzutauchen, hat die Künstlerin einen Schaukelstuhl aufgestellt. Hier kann man bequem sitzen und in einem der Skizzenbücher blättern, die die Künstlerin in einem alten Koffer mitgebracht hat.

Erkennbar menschliche Wesen drängen sich nicht in den Vordergrund. „Das war in ihrer ersten Ausstellung 2008 in den Rendsburger Museen noch ganz anders“, erinnert sich der Museumsleiter genau. Damals setzte die Künstlerin unter dem Titel „Traveller Talk“ die weltweit auftretenden Touristen als unvermeidliche Protagonisten in Szene. „Rudelweise im Freizeit-Look, sonnenbebrillt und kurz behost, mit keckem Sonnenhut oder trendigen Turnschuhen am wohlbeleibten, untrainierten Körper – in den ‚secret gardens‘ werden sie alle verschluckt.“ Die Ausstellung in den Museen im Kulturzentrum (Arsenalstraße 2 bis 10) läuft bis Mitte Juni und ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

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