Denkmalgeschützte Bauwerke : Bahn will marode Rendsburger Torbögen erst 2030 sanieren

Auch der Schutztunnel in der Aalborgstraße bleibt weitere zehn Jahre – mindestens.
Auch der Schutztunnel in der Aalborgstraße bleibt weitere zehn Jahre – mindestens.

Betrübliche Nachricht für den Stadtteil Schleife: Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger müssen noch über zehn Jahre mit verengten Zufahrten in die Schleife leben.

shz.de von
15. Mai 2018, 10:10 Uhr

Rendsburg | Betrübliche Nachricht für den Stadtteil Schleife: Die Sanierung der maroden Bahn-Viadukte im Hochbrückenzubringer verzögert sich erheblich. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage mitteilte, werden die Torbögen über Rendsburger Boden erst in den Jahren 2029 und 2030 grunderneuert. Bis dahin müssen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger unter den denkmalgeschützten Bauwerken mit verengten Verkehrswegen auskommen.

Bereits seit dem Sommer 2015 werden Teile des Mauerwerks ausgebessert und durch Stahlstreben verstärkt. Um Fahrzeuge und Passanten vor eventuell herabfallenden Bauteilen abzuschirmen, wurden direkt unter den Durchlässen zudem Schutztunnel errichtet. Dadurch reduziert sich der Platz zum Teil auf eine Fahrspur sowie eine Bürgersteigbreite für Radfahrer und Fußgänger. Beispiel Augustenburger Straße: Wer die Schleife verlassen will, muss zunächst den aus der Kieler Straße kommenden Gegenverkehr vorbeilassen.

Alle bisher in Rendsburg ausgeführten Arbeiten dienten der Gefahrenabwehr. Die Pflicht zur Verkehrssicherung liegt bei der Bahn. Vor einem Jahr hatte sie angekündigt, man werde sich die Viadukte der Schleife „voraussichtlich ab 2024“ vornehmen. Als die Arbeiter vor drei Jahren loslegten, war noch von 2023 die Rede. Jetzt ist nicht unwahrscheinlich, dass sogar die neue Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7 früher fertig sein wird als der letzte erneuerte Torbogen in der Schleife.

Die neuerliche Verzögerung um bis zu fünf Jahre begründete eine Bahn-Sprecherin in Hamburg mit den langwierigen Planungen. Insgesamt sechs Torbögen sollen auf Vordermann gebracht werden – zwei in Osterrönfeld (neben der Wehrau und über der L 255) und vier in Rendsburg: Augustenburger Straße (2029), Nobiskrüger Allee (2029), Aalborgstraße (2029), Blenkinsopstraße (2030).

Den Anfang macht das Viadukt im Bereich der Wehrau südlich des Nord-Ostsee-Kanals. „Das ist unser Referenzbauwerk“, sagte die Sprecherin. „Die Erkenntnisse und Bautechniken werden hier beispielhaft für alle sechs Viadukte erstmals durchgeführt.“ Die Baustelle Wehrau müsse erst abgewartet werden, um dann in die Planungen für die weiteren Torbögen einzusteigen, so die Bahnerin weiter. „Dies kann nicht vorgezogen werden, da das Bauverfahren erfolgreich abgeschlossen werden muss.“ Die Strecke habe eine hohe Bedeutung für den gesamten Bahnverkehr im Norden. Außerdem erfordere die Planung einer solchen Sanierung einen langen Vorlauf. Beispielsweise müssen zu erwartende Zeitverluste während der Bauphase weit im voraus in die Fahrpläne eingearbeitet werden.

Für die weitere Sanierung des Viadukts an der Wehrau liegt nach Bahn-Angaben nun die Plangenehmigung vor. Risse im Mauerwerk wurden bereits abgedichtet, die sogenannte Stirnringverankerung, wichtig für die Statik des Gewölbes, erneuert. Im kommenden Jahr startet die zweite Bauphase. Dann nehmen sich die Sanierer das Fundament unter den Gleisen vor. Es bekommt eine neue Entwässerung. Das Viadukt über der L 255 steht im aktualisierten Zeitplan ganz hinten.

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