Schweinswal-Schutz : Proteste und Informationen zum Schutz des Schweinswals

Der BUND und zahlreiche weitere Organisationen protestierten Sonnabend in Damp gegen geplante militärische Sprengversuche in der Ostsee vor Damp.
Der BUND und zahlreiche weitere Organisationen protestierten Sonnabend in Damp gegen geplante militärische Sprengversuche in der Ostsee vor Damp.

BUND und weitere Organisationen informieren über Gefahren durch militärische Sprengversuche für den Ostsee Schweinswal. Er ist der einzige heimische Wal an der deutschen Küste.

shz.de von
28. Mai 2018, 08:40 Uhr

Damp | Er ist der einzige heimische Wal an der deutschen Küste: der Schweinswal. Auf der Nordseeinsel Sylt lässt er sich vom Strand aus sichten. Doch der Schweinswal ist massiv bedroht. In der Ostsee kämpft er aktuell um sein Überleben. Die Weltnaturschutzunion I U C N stuft die Ostsee-Population des Schweinswals als „vom Aussterben bedroht“ ein. Die verabredeten Schutzverpflichtungen würden nicht ausreichend wahrgenommen. So sieht es neben Greenpeace auch der BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Dieser hatte unter anderem zusammen mit dem Kieler, Lübecker und Neumünsteraner Friedensforum, der Grünen Jugend SH, den Naturfreunden Deutschlands, der Organisation attac aus Kiel sowie den Linken Schleswig-Holstein am Sonnabend zu einer Protestmeile an der Promenade im Ostseebad aufgerufen. Anlass der Protestaktion sind die für den Herbst angekündigten Anspreng- und Beschussübungen der Bundesmarine an der ausgemusterten Fregatte „Karlsruhe“ vor Damp. Für die Schweinswale der Ostseeküste könnten diese Sprengungen eine tödliche Gefahr bedeuten, sagen die Protestler.

Ole Eggers, Landesgeschäftsführer des BUND, hatte für die Protestidee bewusst den Tag gewählt, an dem im Ostseebad der „Lauf zwischen den Meeren“ endet. „Wir wollen mit unserer Infomeile aufmerksam machen auf das Problem, das direkt vor den Toren des Ostseebads stattfindet und nachhaltige Schäden für Umwelt und Tier bewirken kann.“ Bewusst hatten die Organisationen ihre Stände unweit des Läufereinlaufes aufgebaut, um Läufer und Besucher mit ihrer Kritik zu erreichen.

Für Eggers und die pazifistisch aufgestellten Organisationen des Kieler Friedensforums gilt: „Ohne Frieden kein Umweltschutz.“

Gundula Orth und Benno Stahn von dem Friedensforum Kiel waren dem Aufruf zur Protestaktion mit einem Infostand gerne gefolgt, um über die – aus ihrer Sicht – zunehmende, erneute Militarisierung der Ostsee durch militärische Erprobungsversuche aufzuklären. „Die deutsche Marine zerstört das Leben in der Ostsee auch ohne kriegerische Handlungen“, kommentierte Stahn sein Engagement.

Zahlreiche Bürger kamen an die Stände. So auch Heinz Birkenmeier (65) aus Eckernförde, der überrascht von den geplanten Sprengungen vor Damp war. „Dass zur Erprobung militärischen Materials das Aussterben des Ostseewals in Kauf genommen wird, finde ich sehr traurig.“

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