Robert Habeck : Naturschutz vor der Haustür - Robert Habeck in Eckernförde

Minister Robert Habeck  (2. v. l.) sprach auf Einladung von Edgar Meyn (l.) von Bündnis 90/Die Grünen vor dem Ostsee Info-Center über Meeresschutz.
Minister Robert Habeck (2. v. l.) sprach auf Einladung von Edgar Meyn (l.) von Bündnis 90/Die Grünen vor dem Ostsee Info-Center über Meeresschutz.

Robert Habeck, Landesumweltminister und Bundesvorsitzender der Grünen, sprach vor dem O I C darüber, wie Naturschutz auch auf lokaler Ebene möglich ist.

shz.de von
09. Mai 2018, 09:40 Uhr

Eckernförde | Eckernförde zeigt, dass Lösungen für Probleme in Bezug auf den Schutz der Meere und seiner Bewohner schnell und effizient gefunden werden können, wenn Akteure vor Ort und das Ministerium in Kiel an einem Strang ziehen. Das machte Noch-Umweltminister Robert Habeck während einer Informationsveranstaltung deutlich. Einen Tag vor der Kommunalwahl referierte der Bundesvorstitzende der Grünen auf Einladung der Grünen vor dem Ostsee Info-Center, kurz O I C über den Schutz von Schweinswalen, Klimawandel und die Gefahr von Plastikmüll für die Meere.

Der Schutz der Schweinswale vor den Stellnetzen der Fischer sei ein gutes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit von Ministerium und O I C. Ursprünglich hatte Robert Habeck die Idee, Sperrgebiete für Fischer einzurichten. Dieses Vorhaben stand im Widerspruch zu den Forderungen der Fischer, ein größtmögliches Fanggebiet zu behalten. Die Lösung, die sowohl dem Schutz der Schweinswale als auch den Interessen der Erwerbsfischerei dient, liegt in der freiwilligen Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten, die der damalige O I C-Leiter Claus Müller gemeinsam mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Kiel erarbeitet hat und die zunächst bis 2019 gilt. Aktuell beteiligen sich 80 Prozent der Fischer. In den Zeiten, in denen die Schweinswale ihre Jungen bekommen, verpflichten sie sich, die Netze auf ein Drittel der erlaubten Netzlänge zu reduzieren.

Plastikmüll stellt ein großes Problem für die Meere dar. Habeck sagte, dass mehr getan werden müsse, als herumliegende Plastikteile einzusammeln. Aufgrund seiner Zusammensetzung dauere es 400 bis 500 Jahre, bis Plastik verrotte. Rohöl werde in Deutschland subventioniert, wenn es für Plastik verwendet wird. „Das darf nicht sein, die Vergünstigung für Plastik muss sofort gestrichen werden“, forderte der Minister. Auch auf dieses Thema hat Eckernförde reagiert. Habeck nannte die Strandmüllboxen, die an der Promenade aufgestellt wurden. Auch hier gibt es eine Allianz zwischen dem Naturschutzbund und der Fischerei: die Aktion „Fishing for Litter“ – Fischen nach Müll. Die erforderlichen Mülleimer und Müllgebühren finanziert das Land Schleswig-Holstein. Eine Analyse des gesammelten Mülls zeigt, dass dieser bislang nicht lokalen Ursprungs ist, sondern über die Meere an Eckernfördes Küste gelangt.

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