Zum Start ein Harfen-Solo : Hospiz-Initiative Eckernförde feiert Jubiläum

Michael David verzaubert mit seinem Harfenspiel.
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Michael David verzaubert mit seinem Harfenspiel.

Zum Jubiläums-Auftakt der Hospiz-Initiative gab Michael David am Montag ein Harfen-Konzert in der Borbyer Kirche. Das Publikum durfte sich über ein variantenreiches Repertoire freuen.

shz.de von
18. April 2018, 08:25 Uhr

„Harfenklänge können sehr betörend sein.“ Die Harfe als Instrument der Engel ist ein „religiös inspiriertes Symbol für besondere Harmonie, feierliche Besinnlichkeit – aber auch für Todessehnsucht …“ verrät das Internet. Die Harfe steht auch für die Hilfen der Hospiz-Initiative Eckernförde. Eine Idee, ein Instrument allein reicht nicht, um ihm himmlische Klänge zu entlocken. Erst ein einfühlsamer Mensch schafft das mit verständiger Geduld und Ausdauer. Wie auch einfühlsame Menschen der Hospiz-Initiative, die sich mit Geduld vorbehaltlos hilfsbedürftigen Menschen in ihren letzten Tagen widmen. Ihnen zuhören, sie berühren und für sie da sind.

Alles das bot Michael David mit seinem Instrument in der Auftaktveranstaltung zu den Feierlichkeiten des 20-jährigen Bestehens der Hospiz- Initiative Eckernförde am Montagabend in der Borbyer Kirche: Ganz allein stand die Harfe allein vor dem Publikum. Erst Michael David erweckte sie durch sanfte und gekonnte Berührungen zum Leben. Und wie! Der Funke sprang schnell über. Angefangen mit dem Kanon von Pachelbel, entdeckte man in der gezupften Fassung feine Melodienstränge und konnte dabei gleichzeitig die präzise Fingerfertigkeit und überragende Musikalität des Künstlers bewundern.

Alle Titel des auswendig gespielten Konzerts sagte er an, verriet dabei auch einige Feinheiten der Harfengeschichte. Von Pop-Musik über Barock, Klassik bis zum Jazz war alles dabei. Aus sphärischen, flirrend schwebenden und kräftigen Harfenklängen entstanden Klänge zum Träumen und Schwelgen. Michael David „erzählte“ ohne Worte mit seinem Instrument Geschichten, wünschte aber auch „Freude beim Jubiläumskonzert, dass man zur Ruhe käme und die Seele baumeln lassen könne.“

Stilistische Vielfalt von Johann Sebastian Bach über Händels Orgelkonzert, den Libertango von Astor Piazzolla, ein sehr intelligent eingepacktes und vorsichtig entwickeltes „Let it be“ der Beatles bis zur Geschichte der „Shiny red shoes“, in der er seine Freude über die endlich gefundenen roten Lackschuhe mit Beethovens „Ode an die Freude“ ausdrückte.

Musik mit Tiefgang und Humor, das unweigerlich zum erfreuten Lächeln animierte: Ein Programm mit vielen raffinierten Entwicklungen und Vorspielen, das auch vor aparten Jazz-Titeln wie „Fly Me To The Moon“, dem „Moon Dance“ des Rock-Musikers Van Morrison, „Sweet Georgia Brown“ und als Krönung Dave Brubecks „Take Five“ nicht Halt machte. Wohlgemerkt: Alles „in Harfe“, immer in seiner neuen Klanggestalt leicht wieder erkennbar.

Egal welcher Stil – in jedem Genre war Michael David zu Hause. Harfen bieten nicht nur Engeln Möglichkeiten, Musik aller Richtungen zu spielen. Sie sind vielseitiger als gedacht. Wenn man sie denn so spielen kann wie Michael David. 
 

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