Zeitreise : Geologische Exkursion in Eckernförde

Der Blick der Teilnehmer einer geologischen Exkursion an den Strand von Hökholz war immer zum Boden gereichtet.
Der Blick der Teilnehmer einer geologischen Exkursion an den Strand von Hökholz war immer zum Boden gereichtet.

Kein Stein gleicht dem anderen. Das kann Wolfgang Bilz bestätigen. Der Hobby-Geologe von der Heimatgemeinschaft Eckernförde, Schwansen, Dänischer Wohld und Hüttener Berge ist Fachmann für Mineralien und fossile Funde.

shz.de von
01. Juni 2018, 08:00 Uhr

Waabs | Kein Stein gleicht dem anderen. Das kann Wolfgang Bilz für sich so bestätigen. Der ehemalige Ingenieur und Hobby-Geologe von der Heimatgemeinschaft Eckernförde, Schwansen, Dänischer Wohld und Hüttener Berge ist Fachmann, wenn es um das Klassifizieren und Bestimmen von Mineralien und fossilen Funden geht. Kein noch so kleines Relikt geologischer Veränderungsprozesse, gebannt in Stein, entgeht seinem Expertenblick, wenn er am Strand auf und ab wandert.

Donnerkeile, versteinerte Zimtbaumblätter und Steinkerne von Seeigeln fallen ihm sofort ins Auge, während der Laie nur Stein an Steine sieht. Diese sogenannten Schiebefossilien zählen zu den markantesten Fundstücken an der Eckernförder Bucht. Sie stellen aber nur einen Bruchteil all jener Relikte dar, die sich in einem Zeitraum von 550 Millionen Jahren angesammelt haben. Der richtige Blick, so Bilz, ist dabei essenziell, um die erdgeschichtlich „gewichtigen“ Steine zu entdecken und zu finden.

Sein historisches Steckenpferd bildet das Erdmittelalter, das sogenannte Mesozoikum. Es dauerte von etwa 245 Millionen Jahren bis circa 65 Millionen Jahren vor heute. Beinah alle seine Exponate hat der „lithomane“ Bilz an den Küstenabschnitten der Eckernförder Bucht gefunden. Insbesondere die Steinstrände von Schönhagen, Kleinwaabs, Hökholz, Booknis und Altenhof stellten sich als sehr ergiebige Fundorte heraus.

Die 15 Teilnehmer seiner Einführung in die Gesteinskunde des Mesozoikums am Wochenende am Strand von Hökholz staunten nicht schlecht. „Das kann man alles hier am Strand finden?“ Jutta Kießling aus Köln, die auf dem Campingplatz Hökholz gerade Urlaub macht, ist begeistert. Zusammen mit einer Freundin war sie zu der Veranstaltung der Heimatgemeinschaft gekommen. „Ich habe überhaupt keine Ahnung“, gab sie vorab zu. Nach der knapp halbstündigen Einführung durch Bilz, der unter anderem auch viele Fachvorträge am Geologischen Institut der Universität Kiel gehalten hat, Mitautor eines Bestimmungsbuches für Fossilien ist und zahlreiche Exkursionen für Kinder und Erwachsene angeboten hat, war Kießling aber genau wie die anderen Teilnehmer geradezu angefixt. Der Blick der Teilnehmer ging fortan zum Boden und scannte die Steine ab.

Unterstützt von Bilz machten sich die Teilnehmer auf die Suche nach den fossilen Schätzen und wurden auch fündig: ein Donnerkeil – begründete fortan die neu entdeckte Suchleidenschaft. „Ich werde ab jetzt die Augen am Strand immer offen halten“, meinte die Urlauberin aus Köln und hielt den Blick zum Boden gerichtet.

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