Eckernförder Sprottentage : Eckernförder Sprottentage: Großes Fest für einen kleinen Fisch

Kuh-Outfitssind ihr Markenzeichen – Pfingstsonntag gab’s auf der Bühne an der Hafenspitze Rock vom Feinsten von United Four.  Fotos: hoy
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Kuh-Outfitssind ihr Markenzeichen – Pfingstsonntag gab’s auf der Bühne an der Hafenspitze Rock vom Feinsten von United Four. Fotos: hoy

Das Pfingstwochenende in Eckernförde stand ganz im Zeichen der Sprotte. 130.000 Menschen besuchten die Eckernförder Sprottentage rund um den Hafen. Im Blickpunkt: die Hansekogge, das Riesenrad und die Bühnenshows.

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22. Mai 2018, 09:10 Uhr

Eckernförde | Das Pfingstwochenende in Eckernförde stand ganz im Zeichen eines kleinen, aber feinen Fisches. Die Sprotte ist aus der Geschichte der Eckernförder nicht mehr wegzudenken und auch heute noch ein zentraler Dreh- und Angelpunkt in der Kultur Eckernfördes. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Sprotte nicht nur Namensgeber, sondern auch Programm der alljährlichen Sprottentage ist. Auf dem diesjährigen Eckernförder Volksfest bot sich den vielen tausend Besuchern aus ganz Deutschland und sogar dem Ausland ein besonders breites Spektrum an Buden, Musik und vielen Mitmach-Aktionen. Neben den üblichen Dingen wie Luftgewehrschießen, Dosenwerfen, Karussell- oder Riesenradfahren, die auf keinem Volksfest fehlen dürfen, begeisterten vor allem die liebevoll organisierten Mitmachaktionen die kleinen und großen Besucher.

Im „Sprottenpavillon“ der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH konnten Kinder unter der fachkundigen Anleitung der Stadtführerinnen Ilona Trawiel und Hanne Kleist ihre eigene Sprottenkiste zusammennageln, ganz so, wie es schon die Eckernförder Nageljungs vor vielen Jahrzehnten getan haben. „Es ist schön für die Kinder, denn sie können etwas mit nach Hause nehmen und haben eine Box zum Schätze verstecken“, erklärt Ilona Trawiel.

Doch was wären Sprottentage ohne jede Menge frisch geräucherter Sprotten? Die gab es beim Eckernförder Fischer und Räucherexperten Lorenz Marckwardt. Dort konnten nicht nur Sprotten probiert und gekauft werden, sondern auch hautnah miterlebt werden, wie aus einem kleinen silbernen Fisch eine goldene Delikatesse wird. „Hier in Eckernförde machen wir aus Silber Gold, das kann sonst keiner“, sagt „Lorne“ Marckwardt augenzwinkernd. Den zwei Meter hohen Räucherofen heizt er mit einer Mischung aus Buchen- und Erlenholz an. Während die Buche den Fisch trocknet und gart, sorgt das Erlenholz für den besonderen Geschmack. Nach zwei Stunden sind die kleinen Fische bereit für den Verzehr und werden von Fischer Marckwardt an die interessierten Zuschauer verteilt. Marcus Götte aus Köln isst zum ersten Mal „Kieler Sprotten“ und ist sehr angetan. „Ja, die schmecken!“, sagt er.

Doch die leckere Räucherware bekam man nicht nur dort. Die Stadtführerin Christel Fries und Stadtführer Hans Willomitzer waren wie so oft als Opsteekfru Stine und Fischer Kuddel mit ihrem Sprottenkarren unterwegs und zeigten den interessierten Besuchern, wie man eine Sprotte richtig und wie ein Eckernförder isst. „Kopp af, Steert af, Graat rut un rin in de Snuut“, erklärt Stine (übersetzt: Kopf ab, Schwanz ab, Gräte raus und rein in den Mund). Für den Eckernförder Sprottenfan Joachim Harms nichts Neues. Damit dieser jedoch nicht mit fischigen Sprottenfingern weiterziehen musste, bereitete Stine die Sprotte kurzerhand für ihn vor und steckte sie ihm, unter dem Gelächter von Fischer Kuddel, in den Mund. „Wir sind leergekauft“, sagte Stine Pfingstmontag, über 3000 Fische wurden abgesetzt.

Wer sich nicht so sehr für die geräucherten Sprotten begeistern konnte, aber sich das maritime Flair nicht entgehen lassen wollte, war auf der Kieler Hansekogge genau richtig. Der detailgetreue Nachbau einer Hansekogge von 1380 lud zum Besichtigen ein. Wem das nicht genug war, konnte auf einer der mehreren Ausfahrten selbst mit anpacken und erleben, wie sich Seefahrt im Mittelalter angefühlt haben muss. „Bei uns müssen auch die Gäste mit anpacken“, erklärt Carsten thor Straten. Er ist Mitglied des Betreibervereins der Kogge. Und so kommt es, dass nicht Steuermann Roger Bartosch, sondern Fahrgast Thomas Wolff aus Tönning an der Ruderpinne steht. Auch Marco Bruderer aus der Schweiz muss mit ran und sich mächtig ins Zeug legen, um das Segel der 90 Tonnen schweren Kogge zu setzen. „Das war schon ziemlich cool“, sagt der 27-jährige Schweizer.

Der Veranstalter Stefan Borgmann von der ETMG zeigte sich mit den Sprottentagen höchst zufrieden. „130 000 Besucher sind eine sehr gute Resonanz. Auch die Schausteller waren sehr zufrieden. Trotz der vielen Menschen gab es kaum Zwischenfälle. Es waren auch viele Jugendliche da, das zeigt, dass die Sprottentage für jedes Alter interessant sind.“


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