Kohle im Strandsand : Eckernförde: Kind erleidet schwerste Verbrennungen

Molly Sue erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades.
Molly Sue erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades.

Eine fröhliche Geburtstagfeier am Kurstrand endete für die kleine Molly Sue im Krankenhaus. Die Zweijährige hat sich schwerste Verbrennungen am linken Bein zugezogen, nachdem sie sich in den Sand gesetzt hatte.

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31. Mai 2018, 08:05 Uhr

Eckernförde | Eine fröhliche Geburtstagfeier am Kurstrand endete für die kleine Molly Sue im Krankenhaus. Die Zweijährige hat sich vergangene Woche schwerste Verbrennungen am linken Bein zugezogen, nachdem sie sich in den Sand gesetzt hatte. Sie wird bleibende Schäden behalten. Vermutlich hat vergrabene Grillkohle den Sand an dieser Stelle extrem aufgeheizt.

„Wir waren gerade am Einpacken – so gegen 17.30 Uhr. Molly Sue setzte sich etwa zwei Meter von uns entfernt hin und schrie plötzlich laut auf“, erinnert sich Mutter Jennifer K.. Sie sei sofort mit ihrer Tochter zum Kühlen ans Wasser gerannt. „Ihr Fuß, Unter- und auch Oberschenkel wurden dick und rot. Nach fünf Minuten hatten sich tischtennisballgroße Blasen gebildet“, so die 31-Jährige. „Wir sind schnell ins Krankenhaus gefahren.“ Diagnose: Verbrennungen zweiten und dritten Grades.

Die Ursache für die Verbrennungen ist nicht ganz klar. Kurz vor der Abfahrt habe die Familie den Sand noch abgesucht – jedoch nichts gefunden. Wo exakt die Kleine gesessen hatte, wisse man aber auch nicht, so Jennifer K. aus Altenholz-Klausdorf.

Der behandelnde Arzt am UKSH in Kiel vermute, dass an dieser Stelle Grillkohle vergraben worden sein könnte, die den Sand extrem aufgeheizt habe, so die zweifache Mutter. „Die Verbrennung am hinteren Oberschenkel könnte zudem durch etwas Metallisches entstanden sein.“

Jennifer K. erzählt, dass an dem Tag an diesem Strandabschnitt viele Grills liefen – obwohl das am Kurstrand gar nicht erlaubt ist, wie die DLRG auf Nachfrage bestätigt. Man habe an diesem Tag jedoch nichts Auffälliges festgestellt oder vermerkt, erklärte ein Mitarbeiter. „Um 17 Uhr ist die letzte Streife losgegangen – die war bis etwa 17.40 Uhr unterwegs. Wir weisen die Besucher eigentlich darauf hin, wenn gegrillt wird oder die Musik zu laut ist.“

Mutter und Tochter müssen nun alle zwei Tage ins Krankenhaus, die Wunden säubern und die Kunsthaut erneuern lassen. Der Post von Jennifer K. auf Facebook: „Molly Sue hat Fieber und bekommt alle vier Stunden Schmerzmittel, weil es sonst nicht auszuhalten ist.“ Vier bis sechs Wochen lang müssten die Verbände draufbleiben. „Teilweise sind Nerven mit geschädigt, und da Narbengewebe nicht mitwächst, wird sie bleibende Schäden davontragen. Laut Arzt werden Bewegungseinschränkungen im Fuß wohl nicht ganz verschwinden. Konkretes weiß man aber erst in einigen Jahren.“

Jennifer K. warnt deshalb über Facebook davor, Grillkohle am Strand zu lassen oder oberflächlich zu verbuddeln. „Niemandem und vor allem keinem Kind sollte noch einmal so etwas passieren.“

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