Kriminalstatistik : Aufklärungsquote der Kripo in Eckernförde ist top

180508 ape kripo

Die Zahl der Straftaten ist seit fünf Jahren stabil. Die Aufklärungsquote liegt in Eckernförde über dem Landesdurchschnitt.

shz.de von
09. Mai 2018, 08:00 Uhr

Bei der Verbrecherjagd ist die Kriminalpolizei Eckernförde äußerst effektiv: Ihre Aufklärungsquote für das Jahr 2017 betrug 61,5 Prozent und lag damit deutlich über der des Kreises (52,6 Prozent) und des Landes (54,5 Prozent). Die Quote in Eckernförde ist seit 2012 im Aufwärtstrend. Damals betrug sie 48,6 Prozent. „Es gab im vergangenen Jahr unter anderem eine Serie mit Graffiti-Schmierereien“, erklärt Kripo-Chef Frank Röckendorf gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik. „Da konnten wir einem Täter 100 Taten zuordnen.“

Im Gegensatz zur Aufklärungsquote sinkt im Langzeitvergleich die Zahl der Straftaten. Waren es 2010 noch knapp 2700 Fälle, weist die Statistik für das Jahr 2017 nur noch 1785 auf. In 1098 Fällen konnten ein oder mehrere Tatverdächtige ermittelt werden. Röckendorf: „Die Zahl der Straftaten im Stadtgebiet ist seit dem Jahr 2013 auf einem in etwa gleichbleibenden Niveau.“

Nahezu 100 Prozent beträgt die Aufklärungsquote bei Rauschgiftdelikten, die 4,8 Prozent der erfassten Fälle ausmachen. „Das ist allerdings Holkriminalität“, erklärt Röckendorf. „Nur, wenn wir selbst ermitteln und Verdächtigen nachgehen, tauchen die Fälle in der Statistik auf.“ Ansonsten gebe es so gut wie keine Anzeigen von außerhalb. Die Arbeit der Kollegen wird dadurch nicht geschmälert: Einen Rauschgift-Sachbearbeiter und zwei Beamte in der Ermittlungsgruppe Jugend gibt es, die sich in der Drogenszene bestens auskennen. Diese sei in Eckernförde im Vergleich zu anderen Orten „normal“. Meist gehe es um Cannabis- und Marihuana-Produkte, „aber der Konsum von Kokain und Ecstasy nimmt weiter zu“.

Besonders auffällig ist der Rückgang bei Wohnungseinbrüchen. „Das ist für uns toi toi toi fast kein Thema mehr“, so Röckendorf. Nur zehn Einbrüche sind 2017 im Stadtgebiet verübt worden. Im gesamten Altkreis ohne Altenholz, Strande und Dänischenhagen wurden 64 Einbrüche verzeichnet. Als Grund könnte eine landesweit intensivere Fahndungsarbeit in Betracht kommen. „Wenn woanders eine Bande geschnappt wird, kann sie bei uns nicht mehr tätig werden.“

Sexualstraftaten gibt es kaum – 13 Fälle im vergangenen Jahr, und auch die Zahl der Raubdelikte ist von 15 auf 5 gesunken. Dafür findet sich bei Sachbeschädigungen eine stark steigende Tendenz von plus 70 Taten (+32,9 Prozent).

Der Anteil der Minderjährigen an allen Tatverdächtigen liegt in Eckernförde bei 17,9 Prozent – und damit höher als im Landesdurchschnitt (14,3 Prozent). Das führt der Kripo-Chef auf die hohe Anzahl an Jugendeinrichtungen um Eckernförde herum zurück. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen ist in den vergangenen Jahren gestiegen: von 8,8 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell 14,6 Prozent. Als Ursache sieht Röckendorf den Zuzug von Flüchtlingen. Dass Eckernförde besser dasteht als das Kreisgebiet (19 Prozent) erklärt er sich mit der dezentralen Unterbringung. „Dadurch entfallen die Delikte, die sich in Sammelunterkünften ereignen.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen