Klassentreffen : 30 Jahre nach dem Walkman und den langen Haaren - Klassentreffen in Eckernförde

Die Abschlussklasse  der Gudewerdtschule von 1988 traf sich nach 30 Jahren wieder.
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Die Abschlussklasse der Gudewerdtschule von 1988 traf sich nach 30 Jahren wieder.

Es war 1988. Eine Zeit, in der der Walkman, Rollschuhe und wilde lange Haare im Trend waren. In diesem Jahr hat eine Klasse ihren Abschluss an der Gudewerdtschule abgelegt, die sich jetzt nach 30 Jahren wiedergetroffen hat.

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28. Mai 2018, 08:10 Uhr

Eckernförde | Es war 1988. Eine Zeit, in der der Walkman, Rollschuhe und wilde lange Haare im Trend waren. In diesem Jahr hat eine Klasse ihren Abschluss an der Gudewerdtschule abgelegt, die sich jetzt nach 30 Jahren wiedergetroffen hat.

Autorität in der Schule wurde damals großgeschrieben. Auch wenn Schüler längst keine Schläge auf die Finger mehr bekommen haben, peitschte bei dem einen oder anderen Lehrer doch hin und wieder das Lineal auf den Tisch, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu erlangen. Wenn der Direktor im Deutschunterricht den Klassenraum betrat, mussten alle Schüler aufstehen und ihn im Chor begrüßen.

Die „Lümmel von der ersten Bank“ stellten jedoch auch so manches an. Ein prägendes Erlebnis war für alle die letzte Stunde eines Schultages. Jemand hatte mit dem Kugelschreiber die Pinnwand durchlöchert. Der Lehrer war über den Vandalismus erbost. Doch als er sich in seinem Gram von der Klasse wegdrehte, fiel die Klasse in Gelächter aus. Der Hosenboden seiner hellen Cordhose war über und über mit bunten Tintenflecken bespickt. Einige hatten zuvor die Tinte auf dem Lehrerstuhl verteilt. Zur Strafe mussten sie eine Stunde nachsitzen. Im Physikunterricht durften keine Briefe geschrieben und durch die Klasse gereicht werden. Erwischte der Lehrer jemanden, so kündigte er an, er würde den Brief laut vor der Klasse vorlesen. Da ließen es die Schüler, zumindest in dieser Unterrichtsstunde, lieber sein.

Das Unterrichtsangebot war damals anders. Gab es früher Religionsunterricht, fällt er heutzutage unter Ethik. Prägend war besonders der Handarbeitskurs. Einige haben noch heute den Stickring, ein beliebtes Utensil. Begeisterung kam auf, als Florian Borchers die erste CD und einen CD-Spieler mitbrachte. Alle legten den Walkman beiseite und erforschten das neumodische Gerät.

Viele Schüler haben sich nach dem Abschluss in Eckernförde und dem Umkreis niedergelassen. Den einen oder anderen zog es in die Ferne. So auch Marcus Biermeier. Er ging beruflich nach Bayern, wo sein Vater gebürtig herkommt. Um so größer war die Freude, dass auch diese Klassenkameraden den weiten Weg zu dem Klassentreffen angereist kamen.

Gemeinsam schwelgte die Abschlussklasse in Erinnerungen über den klassischen Zu-Spät-Kommer Markus Waßmann oder das kleine Techtelmechtel von Thomas Blicke und Sonja Sifferlien auf der Klassenfahrt in Kehlheim. Sie hielten die ganze Zeit Händchen, ihre Idylle wurde jedoch gestört, als sie mit dem Bus wieder daheim ankamen. Dort wartete nämlich die Freundin von Thomas auf ihn.

In einem waren sich alle einig: Es waren andere Zeiten, es waren schöne Zeiten.

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